6. Mai 2010

The Art of: Schlagfertigkeit

Und er so:

Was glauben Sie: Um wieviel Euro ist die Staatsverschuldung gestiegen während wir hier saßen und über Schulden geredet haben? 75 Minuten dauert die Sendung.

Und sie (deren Partei sich das Thema Wirtschaft und Finanzen auf die Fahne schreibt) dann so:

Ich finde das ja auch schon putzig, dass Sie jetzt sozusagen der neue Pilawa der ARD werden. Ich würde jetzt mal tippen: 6.000 Euro?

Und er dann so:

Wenn ich der neue Pilawa der ARD werde, werden Sie besser nicht neue Finanzministerin in Deutschland.

Und ich so:

Wow. Chapeau.

(Richtige Antwort: rund 20Millionen Euro)

17. April 2010

Kräne

Wenn Samstage erst gegen 12Uhr ihre Zähne putzen, gehören sie zu den guten. Und dann treiben sie einen mit Blumenerde auf der Schulter durch Baumärkte und entspannt ohne Ziel durch die Altstadt, sodass man am Ende irgendwie zufrieden feststellt alles und nichts gemacht zu haben. Gründliches Leben also.

“Diese Tage sind so fern von allem, Hitze und Beton. Die große Stadt sie liegt da wie ein verwundeter Vogel, so auch ich, so auch ich. Ich denke und denke wie immer viel zu viel. Immer ist da irgendetwas, das mich einlullt und mich lähmt, und ist es nicht die Hitze, dann meine Dickköpfigkeit oder meine dünne Haut. Und ich warte auf den Abend und seine kühlende Hand unten am Fluss mit den Füßen im Sand, der Blick auf die gewaltigen Tiere mit metallenen Krallen mit Neonlichtaugen und die Container die fallen unter grandiosem Gepolter in den hungrigen Bauch eines uralten Frachters und mein Herz das poltert auch.” (Der Knyphausen)

27. März 2010

Reden ist Gold

Ihr Name war einer der ersten die man sich als frisch geschlüpfter Leipziger Journalistikstudent gemerkt hat. Und ihre Theorie von der Schweigespirale war das erste Fachwissen, womit sich das Rudel Erstsemestler damals vor den Hörsälen stehend gegenseitig bedeutungsschwanger beeindrucken wollte. Auch sie ist Schuld daran, dass man heute weiß, dass man mit seiner Meinung selten exklusiv sondern oft Mainstream und damit beruhigend normal ist.
Die Frau Noelle-Neumann.

14. März 2008

Nietzsche_

“Eigentlich sollte ich einen Kreis von tiefen und zarten Menschen um mich haben, welche mich etwas vor mir selber schützen und mich auch zu erheitern wüssten: denn für einen, der solche Dinge denkt, wie ich sie denken muss, ist die Gefahr immer ganz in der Nähe, dass er sich selber zerstört.”

26. Februar 2008

„Er liebte die Straßen, die sich so bogen, als wollten sie wieder heim.“

„Man muss spielen mit der Schwere und so tun, als sei es leicht.“

„Das ist überhaupt das Schlimmste, merken zu lassen wie man gestimmt ist. Wenn er zugäbe, wie und was er dachte, wäre er verloren. Weggefegt würde er vom Hohn, von der Verachtung derer, die den Ausschlag geben.“

„Das ist das Komische, sobald man weint, hat man das Gefühl, jetzt täusche man nichts mehr vor. Sobald du weinst, spürst du, jetzt reagierst du auf die Welt, wie es sich gehört. Angemessen. Verhältnismäßig.“

„Nicht, dass diese Welt nicht schön wäre, sie ist nur unerträglich. Man musste sie, um sie erträglich zu machen, zwingen, einen weißen Schatten zu werfen. Das ging, wenn überhaupt, nur schriftlich.“

„Man legt den Hörer viel leichter auf, wenn man sich und dem anderen vormacht, dass dies nicht das letzte Gespräch gewesen sei.“

„Man könnte. Aber man kann nicht.“

„Ich werde nicht sterben, dachte er. Mein Tod fällt aus wegen Unvorstellbarkeit.“

„Ich meine diesen Schrecken, wenn du auf die Uhr schaust, und es ist immer noch halb drei und du hast gedacht, es sei wenigstens schon halb fünf. Das ist mein Zustand.“

„Erst wenn er etwas kennt, existiert es.“

Über Bande – this time: M. WalseR

28. Januar 2007

 

Erklären Sie mir Ihre Liebe! –

„Wenn schon nicht für immer,

dann wenigstens auf ewig.“

(Udo Lindenberg)

“Man muss wissen wie weit man zu weit gehen kann.”

[Jean Cocteau]

„Draußen wird es langsam kalt. Für Wärme wird ab jetzt gezahlt.“

(Tomte)

„Geld ist besser als Armut – wenn auch nur aus finanziellen Gründen.“

(Woody Allen)

„Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn,

wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören,

und ohne Füße kann ich zu dir gehen,

und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.

Brich mir die Arme ab, ich fasse dich

mit meinem Herzen wie mit einer Hand,

halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,

und wirfst du in mein Hirn den Brand,

so werd ich dich auf meinem Blute tragen.“

(Rainer Maria Rilke)

„Alle schreiben darüber,

weil alle darüber schreiben.“

(Spiegel)

„Und alles lässt mich glauben

In diesem Körper ist kein Zweifel,

dass wir Dinge, die im Fernen liegen

igrendwann einmal erreichen.“

(Tomte)

„Besser allein als in schlechter Begleitung.“

(Boudu)

„Die Menschen sind so furchtbar weit voneinander;

und die, welche einander lieb haben,

sind oft am weitesten.

Sie werfen sich all das Ihrige zu

und fangen es nicht, und es bleibt zwischen ihnen liegen

irgendwo und türmt sich auf und hindert sie endlich noch,

einander zu sehen

und aufeinander zuzugehen.“

(Rainer Maria Rilke)

„Das allein erlöst von allem Leiden –

(-wähle nun!):

den schnellen Tod

oder die lange Liebe.“

(Friedrich Nietzsche)

„Und wenn er auch wusste,

dass er den Besitz dieses Duftes

mit seinem anschließenden Verlust

würde entsetzlich teuer bezahlen müssen,

so schienen ihm doch Besitz und Verlust

begehrenswerter

als der lapidare Verzicht auf beides.“

(Patrick Süsskind)

“Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur.”

[Max Frisch]

 

„Leben ist langweilig, ich mache Erfahrungen nur noch, wenn ich schreibe.“

„Nur in Träumen gelingt ein Fliegen aus eigener Kraft“

„Alles, was ich einsehe, erscheint auch durchführbar, ich muss es nur nicht aussprechen, sondern tun.“

„Der Schriftsteller scheut sich vor Gefühlen,

die sich zur Veröffentlichung nicht eignen;

er wartet dann auf seine Ironie;

seine Wahrnehmungen unterwirft er der Frage,

ob sie beschreibenswert wären, und er erlebt ungern,

was er keinesfalls in Worte bringen kann.

Diese Berufskrankheit des Schriftstellers macht manchen zum Trinker.“

„Sie wird gebraucht, unsere Schuld, sie rechtfertigt viel im Leben anderer.“

„Keine Rüstung aus der Absicht, Krieg zu führen, hat jemals so viel gekostet wie die wachsende Rüstung zur Vermeidung eines Krieges.“

„Ich antworte auf dieselben Fragen nicht immer dasselbe. So überzeugend finde ich keine meiner Antworten.“

„Wie immer wenn eine Frau sich Sachen ansieht, die sie um keinen Preis kaufen wird, langweilt er sich sofort.“

„Standhalten der Zeit, beziehungsweise Ewigkeit im Augenblick. Ewig sein: gewesen sein.“

„Leben im Zitat“

„Ich habe nicht mit dir gelebt als literarisches Material, ich verbiete es, dass du über mich schreibst.“

„Melancholie der gemeinsamen Ortlosigkeit. Man müsste jetzt einen Einfall haben und hat ihn nicht.“

„In diesen Tagen schmerzt mich nicht, dass ich vergessen kann und mich erinnern muss.“

(Max Frisch)

„Und die Zeit versucht zu trösten,

und die Liebe versucht zu bewahren,

dass man weiß, dass man drüber hinwegkommt,

wie man früher einmal war.“

(Tomte)

„Was ich wirklich hasse, ist `Geht`s gut?´

weil es voraussetzt, dass es gut geht.“

(Harald Schmidt)

„Die meisten Importe kommen aus dem Ausland.“

(George Bush)

„Die Rache der Journalisten an den Politikern ist das Archiv.“

[Robert Hochner]

„Ich bin heute in einer Art und Weise aus der Badewanne gestiegen, bei der ich gemerkt habe: Das ist Kunst. Es wurde zwar nicht fotografiert, aber so etwas spürt man ja auch instinktiv.“

[Jonathan Meese]

Trost im Gedicht

Denk dir ein Trüffelschwein,
denk’s wieder weg:
Wird es auch noch so klein,
wird nie verschwunden sein,
bleibt doch ein Fleck.

Was je ein Mensch gedacht,
läßt eine Spur.
Wirkt als verborgne Macht,
und erst die letzte Nacht
löscht die Kontur.

Hat auch der Schein sein Sein
und seinen Sinn.
Mußt ihm nur Sein verleihn:
Denk Dir kein Trüffelschwein,
denk’s wieder hin.

(Robert Gernhardt)

„Wer schreibt, bleibt – Wer spricht, nicht!“

(Robert Gernhardt)