17. Juli 2011

Sowas wie Sommer

Es ist so offensichtlich wie die Notwendigkeit mancher Sender, den drölfhundertsten Moderator einzukaufen. Aber: es ist wohl sowas wie Sommer. Ein SONNtag sollte zumindest eine Ahnung davon geben. Aber: da kam heute nun wirklich gar nichts in der Richtung rüber an Sommervibes und so. Fast wollte man Plätzchenbacken und Kürbissuppe machen. Aber das wäre ja auch irgendwie nur Trotz.
Und dann ist da ja auch noch Penelopé, an der man den Sowaswiesommer ablesen kann. Denn die Tomaten sind inzwischen eindeutig rot gefärbt. Da kann man sich ja auch mal drüber freuen. Und außerdem ist WM-Finale-Gucken-Tag. Und es kann niemand gewinnen, dem man es nicht gönnen würde. Der Unterschied zum Jubel ist marginal, jetzt mal abgesehen vom übermütigen Handinnenflächenrotklatschen.

10. Juli 2011

Mentos im Blut

Man erinnert sich noch sehr gut daran. An eine Nacht im vergangenen Februar. Es war eine Nacht, die die US-Amerikaner zum Tag gemacht hätten, wäre dort nicht ohnehin Tag gewesen. Es war Superbowl. Man hat sich durch die mitteleuropäische Nacht gequält, mit lauter US-Süßkram vom Discounter. Kaufkriterium waren Stars&Stripes auf der Verpackung. Und der Superbowl war wie immer großes Kino, Glitter, aggressiv, Nebelmaschine, Feuerwerk, laut und somit auf indiskutable, dekadente Weise so auf dicke Hose, dass man am Ende nur noch impressed wie ein Kind ohne Münzgeld vorm Greifautomaten stand. Spätestens in der Halbzeit wollte man sich dann gern noch 46 weitere Sterne auf den Bauch tätowieren lassen, denn: wenn ‘phänomenal’ ein Schokoriegel ist, dann war das ein Karamellriegel im Kokosmantel mit Kirschvanilleeisfüllung, der anschließend noch flambiert wird. Das alles wäre wunderbar anzuschauen, so im Morgengrauen wenn die Öffentlich-Rechtlichen um die Bedeutung der angemessenen Nachbetreuung wissen würden. Im vergangenen Jahr wurde Sekunden nach Ende des Superbowl die Übertragung beendet. Nicht für einem erstklassischen Hollywoodstreifen, auch nicht für eine gesellschaftskritische Doku. Nein: Die schönstens Bahnstrecken Neuseelands sollten dem Gebührenzahler nicht vorenthalten werden. Und so saß man mit seinem sportlichen Emotionen vor Bahngleisen. 2011 die gleiche Geschichte: Statt Emotionen und Statements nach dem Spiel: die schönsten Bahnstrecken der Schweiz – der SCHWEIZ! Da hackt nicht nur die Milch. Sie zeigen wie der Teig geknetet wird und schwenken weg, wenns ans Ausrollen geht.

Heute dann: schon wieder. Die US-Fußballerinnen, die es ohnehin als erstes vermocht haben, einem ohne wenn und aber klarzumachen, warum Frauenfußball geguckt werden muss, sind spektakulär ins Halbfinale eingezogen. Spektakulär im Sinne von Blut in den Adern, das sich wie Cola verhält wenn man Mentos reinwirft.
Okay, es folgten wenigstens keine Bahnstrecken, sondern die verspätete Tagesschau. Aber wofür gibt es denn Eins Festival, Eins extra und all den anderen Kram? Flexibilität erschöpft sich nicht in der Höhenverstellbarkeit von Intendantenkonferenztischen. Wenn man nicht noch vor Freude Mentos im Blut hätte, man wäre sauer. Amerika, Amerika…

6. Juli 2011

Relativitätstheorie

Bei Fußball liegt die Betonung auf Fußball, nicht auf Frauen. Zugegeben: man greift sich auch mal an den Kopf und verlässt den Raum wenn es absurd wird. Bei Fußballspielen und Männergesprächen. Es ist grobkörnig und nicht Hochglanz. Hat auch was. Fußball ist Fußball ist Fußball.

6. Februar 2011

super bowl

well, after weeks of looking forward to it, i’m utlimately prepared for an awesome night: yesterday i bought some american foodstuff, there’s some caffeinated energy beer in the freezer and even wearing a sports bra i’m expecting a terrific superbowl night – hell-bent on not falling asleep immediately after the hymn like i did last year. [oh, sweet luxury of light-heartedness.] Go! You Packers! Go!

14. Juli 2010

Die Wette III

Damit wäre man dann jetzt bereit für den Pokal. In vier Jahren oder irgendwann oder doch lieber in vier Jahren. Tadaa (Wette I, Wette II)

13. Juli 2010

Konturprognose – Die Wette II

Kurz: Ich habe Feuer gemacht.

Lang: Der Tag nach der WM ließ einen überraschend sanft, ja triumphal fallen. Denn: Man ist tatsächlich Tippsieger. Den ganzen Tag also mit „Ich habe Feuer gemacht“-Gesicht im überhitzten Zug gesessen und überlegt: Wohin mit all dem Reichtum? Für ernsthafte BaföG-Rückzahlungen fehlen diverse Nullen am Ende und ein Patenkind in Afrika hat man bereits. Also: eine Investition in die Zukunft und den Glauben daran. Neulich hat man hier gewettet. Daraus wurde nichts. Deshalb wird der Tippgewinn schon mal in die Kontur für den Tag investiert, dessen Zeit so reif ist wie Sternfrüchte nur dunkelgelb vom Baum hängen können. Schon allein der Gedanke daran, dass man irgendwann – wenn Deutschland tatsächlich den vierten Stern holt – im Rentenalter zum Tätowierer rollt, die faltige Haut straff zieht und sich den Inhalt des Sterns mit Farbe füllen lässt, versetzt einen vor jugendlicher Tollkühnheit in Euphorie. (Gern aber auch früher.)
Diese Wochen waren gute und die Leute waren Menschen.

9. Juli 2010

Glanz von morgen

So bitter wie Rucola, der Übergang zwischen Schlafen und Wachsein. Aber draußen schießt heute schon ein Junge stundenlang den Ball in das mit Kreide an die Mauer gemalte Tor. Fürs Naseputzen hat er also keine Zeit. Deshalb glänzt an den Ärmeln der Rotz in der Sonne. Mission 2012 läuft also bereits. Und Paul hat heute auch einen Schritt in Richtung Versöhnung gewagt.

4. Juli 2010

Vier Sterne für ein Halleluja – Die Wette I

Es wurde drüber geschlafen, das Korrektiv der Verzögerung beschworen. Aber: es gribbelt eh schon wieder und dieses Jahr ist in vielerlei Hinsicht mal wieder so ein gutes, dass es Spuren hinterlassen sollte. Kurzum:
Die Wette: Sollte aus dieser erstmals auf afrikanischem Boden veranstalteten, also ohnehin schon besonderen WM Deutschland als Weltmeister hervorgehen, wird sich zu den bereits bestehenden drei Sternen ein vierter beim Tätowierer abgeholt. Top, die Wette gilt. Trikot kaufen, kann ja jeder.

3. Juli 2010

Alles auf Sieg

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