23. Juli 2011

The art of Pauschalurlaub

Zeitweise schien er so weit entfernt wie Milch von der Milchschnitte, Jugend vom Sibereisen und schlechte Laune von der Roth. Der Urlaub. Hui, es warten türkische Sonne, Sand, 35 Grad, Sat TV, 4 ½ Sterne.
Und man war shoppen, und das seriös ergebnisorientiert: türkiser Urlaubs-Nagellack, Bikinis, Retro-Sunglasses, James-Dean-Sunglasses.
Die Herausforderungen dieses pauschalen Weltreise-Kontrast-Urlaubs hat man im Vorfeld wie folgt zusammengefasst:
- Pendeln zwischen Pools und Strand
- regelmäßiges Wenden von Rücken auf den Bauch
- abendliche Animationsbespaßung in allen Sprachen verstehen
- Senioren am Bingoabend noch älter aussehen lassen
Wenn alles nach Plan läuft, wird man nach zwei Tagen schon so tiefenentspannt aus der Zeit gefallen sein, dass man Datum und Wochentag nicht mehr ohne Kalender benennen kann. Ein Luxus.
Es werden also sieben anstrengende Tage.
high five

25. Mai 2010

The Art of: Nerdsein

Nerdsein (Aussprache: Nördsein) hat ja noch immer so einen seltsam schlechten Ruf. Dabei kann man daran sehr viel Freude haben. Und das sogar, entgegen der Vorurteile, in wunderbarer Gesellschaft. Man nehme zwei gleiche Spiegelreflexkameras und einen geduldigen Fachmann, der einem jeden Tag neue großartige Sachen beibringt und erklärt, die man dann leider oft gleich wieder vergisst. Besagter Fachmann baut ein Stativ so um, dass ein Technikmonster entsteht, das man liebevoll Wall-E tauft. Und mit ganz viel technischem Know-how (Fachmann), Staunen (Ich) und Zeit kommen am Ende 3D-Photografien heraus, bei denen man selbst immer wieder hysterisch grinsen muss, wenns funktioniert.
Kleine Anleitung:
1. Bild Anklicken
2. Schielen bis in der Mitte ein drittes Bild entsteht
3. Geduld haben – Weiterschielen – Kann ein paar Minuten dauern
4. Entsteht das dritte Bild: Fixieren und langsam mit den Augen “scharf stellen” bis alles wie im 3D-Kino aussieht
5. Im Bild umgucken und: hysterisch grinsen

Tadaa:

6. Mai 2010

The Art of: Schlagfertigkeit

Und er so:

Was glauben Sie: Um wieviel Euro ist die Staatsverschuldung gestiegen während wir hier saßen und über Schulden geredet haben? 75 Minuten dauert die Sendung.

Und sie (deren Partei sich das Thema Wirtschaft und Finanzen auf die Fahne schreibt) dann so:

Ich finde das ja auch schon putzig, dass Sie jetzt sozusagen der neue Pilawa der ARD werden. Ich würde jetzt mal tippen: 6.000 Euro?

Und er dann so:

Wenn ich der neue Pilawa der ARD werde, werden Sie besser nicht neue Finanzministerin in Deutschland.

Und ich so:

Wow. Chapeau.

(Richtige Antwort: rund 20Millionen Euro)

4. Januar 2010

The Art of: Jahreszeiten

jahreszeiten

Die Autos schleichen bei diesem Wetter unter der orangefarbenen Decke so langsam aneinander vorbei als wollten sie sich gar nicht voneinaner entfernen. Und das Wetter gibt sich mächtig, dabei weiß jeder, dass Schnee nur kurzweilig die Sicht ändert. Von Dauer ist das Theater nicht. Bald wischt man sich wieder den braunen Matsch von den Schuhsohlen und dann tritt man morgens wieder aus der Haustür und es riecht nach flimmernden Asphalt in der Großstadt und Hundescheiße auf den gemähten Wiesen. Und der Wind weht einem so warm um die Ohren, dass man das Heizen im Winter belächelt. Bis dann irgendwann wieder die Bäume das Bunteste in den Straßenschluchten sind und man den Kauf von gefütterten Handschuhen in Betracht zieht. – Was die Menschen auf den Galápagos-Inseln alles verpassen; tz.
(Hach, beachtlich, wie gut man Melancholie mit einem “tz” am Ende relativieren kann.)

17. Dezember 2009

The Art of: Wärmepflaster

warmflasche
(via)

Der Rücken ist derzeit so verspannt und verknotet, dass man sich wie so ein Knubbel bei den Happy Hippo Riegeln fühlt. Dabei entstehen Kopfschmerzen, von denen Kopfschmerztablettenforscher für ihre Studien nur träumen können. Gestern also die Mittagspause für einen Gang zur Apotheke genutzt. Dort leidet man ja immer gern aufrichtig übertrieben, weil sich die netten Menschen dort so vermeintlich ehrlich um das eigene Wohlbefinden sorgen. Sie nehmen Anteil, ich gebe Geld: das ist der Deal. Abends wurde dann das Wärmepflaster aufgeregt und erwartungsvoll auf den Rücken geklebt. Den auf der Verpackung versprochenen zwölf Stunden Wärme steht man eher skeptisch gegenüber. Der heutige Tag allerdings hat seelig gemacht. Spiele mit dem Gedanken, die rund 134 Euro locker zu machen um den gesamten Körper mit Wärmeplastern zu bekleben – auch auf die Gefahr hin, dass die Körperkerntemperatur um sieben Grad steigt.
Es gab nur einen Moment, in dem man sich das Pflaster kurz vom Leib reißen wollte: In der Uni wird wegen Studentenbeschwerden derzeit auf höchster Zahl geheizt. Wenn man also im gemessenen 27 Grad Celsius Mief sitzt, wird das Pflaster zum Dolchstoß. Aber sonst: stark.

13. Dezember 2009

The Art of: Freizeit

keks
(via)

Ein richtiges, echtes, wahrhaftiges Wochenende mit 48 Stunden genutzt, um sowohl Mitfahrgelegenheiten (noch in der Abfahrtsstadt ein platter Reifen, hinten sitzen zu dritt) als auch die Deutsche Bahn (Zugverspätung, Anschlusszug verpassen, Wucherpreise) zu verwünschen. Ziehe in Erwägung, in die Erfindung des Beamens zu investieren. Bei der spontanen vorweihnachtlichen Familienaufeinanderhockerei habe ich zur eigenen Beruhigung beschlossen, dass man sich in guten Familien nerven muss – Umkehrschluss: dass Familie nerven muss, damit sie gut ist.
Ansonsten wurden in den 48 Stunden gefühlte drölfhundert Geschenke für diverse Geschwister eingepackt. Einen Teil möchte ich allerdings gern behalten, trotz Alterskennzeichnung „2-5 Jahre“.
Und an so einem langen Wochenende, findet man sogar die Zeit, den seit zwei Wochen rumliegenden, in den USA bestellten Kram endlich dort draufzukleben, wo er hin soll:

mac-apple

29. Juli 2009

The Art of: Werbung

Die Köpfe von “Sixt” scheinen mir mächtig auf Zack zu sein. Habe zwar Zweifel an Frau Schmidts Segen in dieser Sache. Gelungen ist die auf “Spiegel Online” geschaltete Werbung definitiv:

Spiegel
(Screenshot Spiegel Online)

22. Juli 2009

The Art of: Studienortswechsel

fly
(via)

Heute den letzten Unitag bestritten. Das erste Semester seit dem Wechsel von Leipzig nach Dortmund ist somit Geschichte. Und der vom Umfeld eingeforderte Vergleich bringt die Apfel- und Birnenerkenntnis. Denn wenn Leipzig auf großen Plänen fußte, ist Dortmund von einer Vernunft getragen. Jedenfalls wurde alles Vorgenommene in den vergangenen Monaten erreicht. Vor allem in den letzten Wochen kann man das Ganze sogar als Einleben bezeichnen (Grillen auf dem Unigelände, Klassenfahrtsromantik beim Block-Seminar auf dem Land). Gut, die Unibibliothek kennt man nach wie vor nur von außen. Aber auch das wird sich bald ändern (müssen). Wenn alles glatt läuft, winkt nach dem kommenden Semester die Scheinfreiheit. (Obwohl dieses Wort beim Zergehen auf der Zunge irgendwie schon Fragen aufwirft.) Und was wären Semesterferien ohne Urlaub Arbeit. In diesem Sinne: ein philosphisches “keep on rockin’.

enemy
(via)

15. Februar 2009

The art of: akku_boring

Damit kann man Löcher in Käse basteln, Banken im Dunkeln überfallen, Nasen reinigen, aus Topfböden Nudelsiebe machen, Ohrlöcher weiten, A4-Blätter lochen, das Eis im Tiefkühlfach abtragen, Kastanienfiguren kreieren, Weinflaschen öffnen, Bilder an die Wand hauen, Häuser bauen, Großstädte errichten und Herzen durchbohren.
Willkommen daheim.