29. Juli 2007

Vom Suchen und Finden…

…von Herrn Lehmann. (Eine Mädchengeschichte)
Vorgestern: ein nervengebohnerter Tag. Nachdem ich aufgestanden bin: entdeckt, dass selbiges die Tür des Hamsterkäfigs tat. Der Hamster: roch den Duft von Freiheit und Hippiedasein und nutzte die Gelegenheit, sich aus 1,xx Meter in die Tiefe zu stürzen und das Weite zu suchen. (Mutig, der Kerl) Ich (nervenschwach wie immer): hab den gesamten Tag Trübsal geblasen, die gesamte Wohnung durchsucht, hinter die Schrankwand geleuchtet, Körnerspuren gelegt und immer wieder in jedem Zimmer deren Anzahl gezählt. Fehlen welche? In welchem Zimmer is der Türmer? Sogar unter dem Balkon im Gestrüpp nachgeschaut. War echt schon aufgeschmissen, niedergeschmettert, ratlos weil Herr Lehmann so ein guter Knirps und somit nicht zu ersetzen war. Da den Abend vorher die Balkontür geöffnet war: Die Befürchtung dass er draußen nicht überlebt, weil Darwin Recht hatte und so. Abends dann gegen 20uhr: Die Erlösung – Rascheln hinter der Wohnzimmerschrankwand. Dann hervorlukend: zwei Knopfaugen, smart wie immer schon. Ich: unendlich erleichtert. Er: aus Angst vor Standpauken wieder hinter die Schrankwand gerannt. Ich: schlau wie ich gern sein will – Hackepeterbällchen geformt und ihn damit gelockt. Er: nur ein Tier mit leerem Magen und Schwäche für Gehacktes, kommt hervor. Ich: blitzschnell zugegriffen. Seitdem ist Herr Lehmann wieder da und ich froh, über alles. Jetzt renn ich jeden Abend ganz nervös drölfmal an den Käfig und kontrolliere alle Türen. Ach, die Nerven, und Schuld ist der Hamster.
Gelernt daraus: antiautoritäre Hamstererziehung endet hinter der Schrankwand. Und: Auch Hackepeter wird Kacke später.
Schö, Cheers und Schüssi

25. Juli 2007

Auszug mit Kettcar

Mein Hab und Gut: in Erfurt again. In der WG gabs zum Abschied Eierkuchen. Mit dabei: Heiko, Katrin und Angie.

Zum Schluss sollte es dann nochmal in den Leipziger Zoo gehen, denn der ist a) wunderbar und b) der Erfurter eben nicht. Neben Managerlamas, Echsen, Giraffen mit Strauß Sabine und wasserscheuen Elefanten hab ich auch noch eine Schildkröte entdeckt.

Nachdem uns Björni, völlig satt gefüllt mit meinen Taschen, nach Erfurt gebracht hat (Gitarre selbstverständlich auch), trieb es mich am Sonntag nach Jena. Dort gabs ein Wiedersehen mit der besten Franzi ever und Kettcar (die ich ja Anfang Juli schonmal in Potsdam hören durfte). Diesmal stieg die Sause im Kassablanca. Bei durchaus durchwachsenem Weltuntergangswetter war ich drin gaaanz vorn dabei und hab Gitarrenkollegen meiner Gitarre bewundert. Unter anderem die vom Frontmann von Klez.E. Kurz nach 23 Uhr kamen dann Kettcar auf die Bretter. In front of my Nose: die setlist. Wer sich auskennt, erkennt ein paar neue, (und wirklich hörenswerte) Songs zwischendrin.

“Und die Nackenhaare melden sich zur standing ovation..” Der Keyboarder hat mir ein Grinsen geschenkt und Herr Wiebusch den guten Menschen im Club schöne Songs.
Müde aber glücklich hat mich dann der Nachtzug dann nach Erfurt gebracht.

20. Juli 2007

money left to burn..

Der Kleiderschrank leer, die Taschen voll (leider nicht mit Geld) – Leipzig muss ab Sonntag wieder ohne mich zurechtkommen. Und umgekehrt. Vor allem das. Und weil jeder gut erzogene Mensch sich nicht nur durch gerades Sitzen und Schuhe zubinden auszeichnet, sondern sich auch angemessen verabschiedet, bestanden die vergangenen Tage aus “Ich bin dann mal wegs” und “Schüssi, halt die Stellung und Ohren steifs”. (Im Grunde: das Gleiche wie Schuhe zubinden. Erst muss was zugemacht werden um dann woanders hinzukommen, dabei nicht zu stolpern und dort was zu öffnen.) Vergangene Woche: Spieleabend in der WG. Das Ende vom Lied: schlechte Allgemeinbildung und Männer dürfen nie in einen Team spielen. Kartrin und ich waren irgendwie Zweiter Sieger, vorvorletzter Verlierer, also gut dabei. Heiko: nicht nur Spielsieger, auch Gewinner über den Abwasch (nachts 1:30Uhr). Auch mit der Frau Hansen ging es nochmal hoch hinaus.  Weil keiner Geburtstag, ich aber einen Abschied zu versüßen hatte, gabs diese Woche dann einen selbstgebackenen Apfelkuchen. Da ich noch ein paar Wochen in Erfurt Zwischenstation mache, bevor es nach Cologne geht, hat mich dann am Dienstag sozusagen der Clueso schon mental abgeholt. Der war im Stattstrand, die Kristin und der Thomas auch, Sand auch, Kuchen und Mädchenbier.  Und weil die Siola (Achtung: ich schreibe von mir in der 3.Person Singular) gefühlte drölfhundert Jahre keinen Strand mehr vor den Augen und unter den Füßen hatte, war ich am Abend danach wieder da. Mit dabei: wieder Andere, Sand und Kay. Das vorerst letzte Treffen. Denn Berlin und Köln sind etwa so dicht beieinander wie Herr Schäuble und die Verfassung. Mit zweiterem wirds wohl nix mehr aber für den Rest gibts Flieger.
Mittwoch gabs dann die dritte und vorerst letzte Gitarrenstunde mit Thomas. Der hat mir Handwerk, Zeit und Oasis-Tabs gespendet. (ein danke!) Und weil sich Ohren und Herz seit Wochen nach den schönen Saiten des Lebens sehnen, habe ich gestern beschlossen, mir fortan eine eigene Gitarre über zu ziehen und gleiches mit meinem Konto zu veranstalten. Denn der Duden kennt kein “am Pleitesten”. Ihr kennt mich. Deshalb hier der Wind aus den Segeln: Ich habe beschlossen sie Gitarre zu nennen. Das passt, sehr gut sogar.
Gestern dann der vorerst (Betonung darauf) letzte Mädchenabend bei der Krissi, quatschen bei (Achtung!): Erdbeeren und Prosecco. Habe eine Geste über Freundschaft mit “Keine Lieder über Liebe” bekommen. Und dabei ganz irre fotogene, künstlich beleuchtete aber ehrlich grinsende Gesichter festgehalten.

“Solang die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht zu Ende.” Danke für offene Ohren, Worte und Augen, kochende Hände und verbrachte Zeit (die bleibt im Kopf und Herz).
Alle Fotos über Leipzig gibts unter BILDung, guestbook: rechts, Herz: links, ich: raus.

9. Juli 2007

Herz und Bier – Fest van Cleef

Der Streik ist (fast) vorbei. Und noch immer gehts um die Wurst- Der Themenabend im “Horns Erben” mit smartem Host Daniel stand an. Es taten sich unerwartete Parallelblutwurstwelten auf und auch Bildungslücken wurden mit Koch- Brüh- und Rohwürsten gefüllt. Außerdem gab es für Annett (Kniegruß), Kristin (chinesische Küche-Anhängerin), Thomas (Welcome) und mich Wurstsushi. (Was mich mit der Gastronomie im Allgemeinen wieder versöhnen sollte, denn kurz zuvor echauffierte mich ein Kellner im Café Grundmann, der das Trinkgeld gleich mal selbst festlegte und Kleingeld und Manieren für sich behielt.) Ganz angetan vom Revival der Wurst sah ich es als meine Pflicht nach langer Abstinenz eine Original Thüringer Rostbratwurst käuflich zu erwerben und zu vertilgen. Drum herum: Machtübernahme des Kinderkanals. – Bernd und Maus über der Stadt und (Anwärter für das Wort des Jahres:) Kindersammelstelle am Anger.
Now the essential part:
Nachdem ich vor eineinhalb Jahren die aufgekommende Euphorie meines Gitarrenspiellernvorhabens verworfen habe (Alltag=Schuld, wie immer), steht das nun wieder ganz oben auf meiner Lebensvorhabenliste [zwischen einem Oasis-Konzert und dem Round the World Ticket]. Erstes Auffrischen (oder von vorn beginnen?) habe ich beim Thomas (lange nicht gesehen) schon hinter mir und bin jetzt fleißig am Üben. Die Ausgangslage: denkbar schwer – zu lange Fingernägel, Billiggitarre, fehlendes Vermögen, Noten zu lesen. An allem arbeite ich. Ersteres ist schon erfüllt. (Kürze mit roter Farbe kompensiert) Das Beste: der Schmerz in den Fingerspitzen verschwindet schon [= gutes Zeichen!!] Quasi zur Belohnung zog es mich am Freitag musikalisch nach Potsdam. Das Fest van Cleef im Lindenpark stieg endlich und der Kay und ich waren dahaaaaa.

Das Ende vom Lied: mein persönlicher Bierrekord [der aber bisher mit zwei Mädchenbier an einem Abend eh tief gestapelt war] ist gebrochen. Macker, die dabei waren: Kilians (so sehr gut, wie sie unbekannt sind – offizielle Hörempfehlung), Maritime (ui, auch sehr hörbar – van cleef weiß was das Ohr begehrt), Kante, die Hansen Bande und abschließend berauschend: Kettcar. Herr Vogel machte die Mädchen mit seinem schüchternen “Singen-ist-nicht-mein-Steckenpferd-Tönen” in sich verliebt

kettcar rausch

und bewunderte Mr. Uhlmanns Haarteil. Der, davon teif getroffen, ließ ihn dennoch eines seiner Lieder singen. Und als wären zwei solcher Helden nicht schon unfassbar entzückend: auch Herr Wiebusch war mit von der Partie/y. Alle Helden auf einer Bühne. Kettcar im Regen, Liebe in den Tönen – und alles endet einmal (wie die Wurst, s.o.) Das Ende draußen bedeutete aber noch ein Nachspiel im Trockenen mit tanzendem Thees.

Das war das Fest van Cleef – mit Seele und Regen, Sonne und Vogel(-gezwitscher), mit Herz und Bier.
That´s it.
pe.es.: Carsten, hoff das Wien wird schon bald zu deinem Wien.

2. Juli 2007

R(h)ein nach Nippes

Seit gestern bin ich zurück aus Köln. Und das erfolgreich. Zugegeben: der Zeitschuh drückte allmählich und auch auf der knapp vierstündigen Fahrt nach Köln ist mir nicht wirklich ein Plan B eingefallen, sollte auch diesmal nix dabei sein.

Insofern beflügelte die Raketentrasse zwischen Frankfurt und Köln nicht wirklich meine Nerven. Aber auf die Ohren hat sich die Trasse gelegt, schlimmer als beim Fliegen. Ebenfalls auf die Ohren hat sich im Zug dann auch das neue Helden-Album (hiermit euch ans Herz) gelegt. ["Du musst hier nicht dazugehören, aber such dir was zu dir gehört. Du musst nicht tanzen, aber beweg dein Herz."] Am Bahnhof: schon der erste EIndruck vom zukünftigen Wohnort: Hardcore-Happy-Hour Nachmittags die Fahrt nach Nippes zum ersten Besichtigungstermin. Nach einer Stunde Wohnung anschauen und quatschen, war die Sache fast gebont. Eine halbe Stunde nach dem Gespräch hab ich fest zugesagt. Somit steht jetzt fest: Ich zieh nach Nippes in eine 2er Wg, mit I. Wellenlängenbegleiterin Paula, II. saniertem Bad mit Badewanne (!) und III. Balkon. Seitdem bin ich extrem erleichtert, habe andere Termine abgesagt (weil ich mir nix Passenderes vorstellen kann) und es zieht mich magnetisch ins Schwedische Einrichtungshaus. Bissl was wird ja noch gebraucht. (Wann nicht?!) Danach zog es mich noch kurz in den Mediapark, wo ich durchaus auch noch während des Volontariats landen könnte. Denn einige Radiosender haben dort ihren Sitz.

Abends war ich dann noch in Köln unterwegs. Und mit mir und Sebastian mindestens Drölfhundert Junggesellenabschiedfeierende. Denn Kreativitätsbolzen heiraten am 07.07.07 und halten sich für individuell.

Ein Vorgeschmack auf Karneval war es allemal, denn nicht Wenige kramten zu diesem Zwecke alte Kostüme aus dem Schrank und diverse Musik aus dem CD-Regal. Alles in Allem hat sich die Fahrt nach Cologne wirklich mal gelohnt, mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen und der geplante Umzug gewinnt allmählich an Kontur. Und eh man sich versieht, sind die Tage in Leipzig wieder einmal gezählt.
You gotta press start to begin.