27. April 2008

some devil

ich kann unheimlich schlecht überwinden. (=nachteil) allgemein hin als schön geltende orte beabsichtige ich gar nicht erst aufzusuchen. ich will nicht am see grillen, nach new york, ans meer. da stünde es nur schwarz auf weiß, ganz klar mit kontur, offensichtlich unausweichlich, nicht zu leugnen. eine gegenwart macht den unterschied zwischen erträglich und lebbar, tischfeuerwerk und weltwunder, malen nach zahlen und großer kunst, kleinen erkenntnissen und der offenbarung, wettervorhersage und dem warmen wind beim öffnen der tür. deine. doch: ich kann unglaublich klug schweigen. (=vorteil) quit(t)_

24. April 2008

kleines eisstockschießen

Der Blues wird lauter, sodass die Nachbarn schon Sturm klingeln. Großes Tennis gibt’s nur im TV. Doch mit den Privaten kam der Reizmagen. Wenn man in jedem Stein eine Straße sieht, in jedem Korn ein Brot und in diesen Augen eine Ewigkeit, muss man zeitlebens ein schweres Herz mit sich herumtragen. Damit muss sich abgefunden werden, auch wenn es bis zum Hals schlägt. Wenn der Wohnsitz nicht mal eine Immunisierung lang hält, wozu dann Emotionen zeigen; lass uns besser beim Sie bleiben. “the only real voyage of discovery consists not in seeking new landscapes, but in having new eyes.“

19. April 2008

„weil es manchmal egal ist, ob man jetzt wirklich mutig ist oder nur tut als ob“

Sie ist da. Und das mit den richtigen Worten im falschen Moment und großartigen Melodien ohne Harmonie. Ein Toast auf Kettcar. Trotz Hochglanzverpackung weiß ich durchaus: you can´t make sumbody love you, just with words. Man mag dennoch daran glauben, denn die Macker schaffen es.

“Und ich mag den Gedanken an etwas zu glauben, nur: ich bin nicht gläubig.”

Die letzte Woche in der Außenstation rollt an. Und das Arbeitsplatznomadenherz tut, was es in diesen Momenten am Besten kann und was am Wenigsten gebraucht wird. Wenigstens plant die Sonne ein Comeback (leider neben Howard Carpendale) und das muss Leben retten. Ein Smiley hat einen Gedankenstrich als Nase.

“Ein Toast auf das Leben, seine Lügen und wie wir uns zeitlebens abmühen.”

14. April 2008

Eilmeldung: +++Merkel hat Möpse+++

Der “Express”, Pionier des investigativen Journalismus, deckt auf, was längst vermutet aber nie belegt werden konnte: Merkel hat Möpse. Nicht auszudenken welche politische Tragweite diese Information haben könnte. Mit dieser Berichterstattung kann man vieles machen, besagten Fisch einwickeln, heizen oder recyclen – eigentlich alles, nur kein Abonnement abschließen. Dann die ernüchternde Erkenntnis: nicht nur der Kölner Express debattiert über die Relevanz dieses Umstandes, auch andere lassen sich hinreißen. Nur allzu überflüssig – die Archivierung solcher Lichtmomente des Journalismus. Da ziehe ich es vor, Erinnerungen und Momente in Musik zu archivieren. Bezauberndes neues Material hierzu gibt es. Kooks sei Dank.

13. April 2008

Nachtrag_

Samstagabende werden überbewertet. Diesem Druck der Altersgruppe zwischen 16 und 35 zeige ich heute bewährten Finger und setze mich mit einem Glas Rotwein altklug vor mein Notebook. Wenn man immer mit der Masse in den Ganges steigen würde, wo kämen wir denn da hin? Dann würde ich eines Tages aufwachen und überschätzte Dinge wie DIE Ferres und Tomatensaft im Flugzeug gut finden. Beherzt sage ich heute also Nö.

Der Hund Stapelt Gabeln_

Erneut wenig Schlaf (wechselnd sind Arbeit und Sauerstoff bringender Hirnsalat dafür zur Rechenschaft zu ziehen). Stets der gleiche Weg zur S-Bahn. Müdigkeit ist mir ins Gesicht geschrieben. Wer das nicht sieht, kann das auch im Kleingedruckten auf den die Lider auseinanderspannenden Streichhölzern lesen. Wie in letzter Zeit häufiger, weht warmer Wind um die laufende Nase. Ich fordere mein Recht auf die angekündigte Erderwärmung ein. Eisbären können schwimmen und sind an gleichförmigen Nachmittags-TV-Formaten Schuld.

Der Blick zum Dom wird versperrt. Schuld ist Beton. Wo ich bisher abends die Sonne hinter den Domspitzen in kitschigem Orange habe verschwinden sehen, wohnt wohl schon bald eine Familie wie sie aus zum Verkauf stehenden Bilderrahmen grinst. Das menschelt wenig. Aber der Blick auf den großen Alten wäre mir auch lieber. Etwas ist anders als sonst – Der Hund von gegenüber bellt nicht mehr. Nicht, dass er das je konnte. Wäre ich taub, ich hätte keinen Unterschied zu Max Musterhund erkannt. Allerdings hat ihn neben Glück auch die Stimme verlassen. Und so kläffte er in den vergangenen sechs Monaten Tag ein, Tag aus heiser vor sich hin. Er kennt mich also nicht, obwohl ich jeden Tag mindestens zweimal vorbeikomme. Heute liegt er auf Holzkisten, die sonst Gabelstapler stapeln oder gabeln. Der Brustkorb hebt sich. Der Hund lebt, blickt mich aus den müden Augenwinkeln an. Ich brauche kein Kleingedrucktes.

Auf der Rolltreppe aufwärts eine Erkenntnis: der Alphalpha-Antennenstandort sollte nie und unter keinen Umständen Ausgangspunkt für Haargel-Aktionen in alle Richtungen sein. Aber ich bin tolerant und halte den Kaffee in der Hand und meinen Mund. In der Bahn liegt ein dem Kinderwagen entwachsenes Mädchen in ebendiesem. Die Mutti denkt da anders. Nur weil die Füße schon den Boden berühren, muss das Kind noch lange nicht das Laufen lernen. Kommt alles noch früh genug. Ich schweige. Solange das Kind mit 10 Jahren nicht noch Strumpfhosen für 6-Jährige tragen muss, halte ich mich raus. Partiell Klischee bedienend steigen zwei Asiaten mit einem Kontrabass ein – Hartschalentasche. Ein Kind beginnt konsequent über die folgenden drei Stationen hinweg zu schreien – Angst vor dem großen Kasten. Geheuer kann das keinem Kind sein, dass nur ein Drittel des Hartschalenmonsters misst. Eine Gitarre hingegen sollte in jeder Bahn vertreten sein. Aber da lehne ich mich zu weit hinaus aus dem Milchglasfenster.

Es steigt ein Chucksmann ein, prinzipiell nicht schlimm. Er ist einer der zahllosen The-Killers-Sänger-Verschnitte. Und auch diesem Umstand begegne ich mit gewohnter Toleranz, ja sogar Zuneigung. Er trägt einen Schal so schmal wie ein Twix – Des Jungdeutschen neue Requisite. Und ich bewerfe dieses Glashaus höchstens mit Pollen. Der Hals ist das neue Herz und will verdeckt werden. Ohne = nackt. Und für ein aktives Zelebrieren der FKK-Ostzeiten bin ich zu spät geboren. Auch wenn ich in den vergangenen Monaten mit nahezu jedem zweiten Bewohner dieses Bundeslandes über das (eigentlich nie so´n Ost-West-Ding gewesene) Phänomen „Dreiviertel Vier“ debattiert habe.

Auf dem Weg zur Arbeit schielen mich fünf Fische durch das Aquarium- und Schaufensterglas an, die Zoohandlung. Dummheit scheint in der Natur der Fische zu liegen. Mir fallen auf Anhieb fünf Menschen ein, die definitiv schuppige Vorfahren haben müssen. Aber ich verweigere jede Pauschalisierung. Hamburg ist noch immer eine schöne Stadt. Und die Landungsbrücken verdienen auf alle Zeit Applaus. Den werde ich nicht verwehren. Und während die Fische schon wieder vergessen haben, dass sie mich eben schon begafft haben, gehe ich weiter und hoffe, dass später auf dem Heimweg der Hund von gegenüber seine nie da gewesene Stimme wiederfindet. Der ernsthafte Wille zählt. Ohne Krawall ist alle Stille nicht zu schätzen. Und sein Rabatz ist im Grunde eine Wertschätzung dessen, was er als seinen Besitz wähnt, somit eine gute Sache. Lärm ist Leben. Daran werde ich kommende Nacht denken, wenn der Hund wieder seinen Job macht und mir Schlaf und die Überzeugung an den eigenen Worten raubt.

7. April 2008

Rabatz auf die Ohren – werbeTROMMEL

un: released lindenberg – stark wie zwei (atlantic-man)

deux: 08/04/11 the kooks – konk (nothing left to say, just listen)

trois: 08/04/18 kettcar – sylt (chinesisch in seiner unpolitisch mannschaftssportlichsten weise; achtung seitenhieb – was fürn klaus)

quatre: 08/05/30 clueso – so sehr dabei (heimatmusikant in seiner bezaubernsten form)

6. April 2008

Zwei Meter – Zwei Mark

Nach drei Tagen in Leipzig bin ich zurück in Köln. Und es war sehr bedeutend. Vom Flughafen mit Schild abgeholt, ging es zum indischen Italiener essen. Nur Norbert konnte ich nicht essen, auch wenn es für eine Rettungsaktion eh schon zu spät war. Freitag gabs dann nach langer Zeit mal wieder das gewohnte Unigefühl, so called Volontariatsbegleitseminar. Und abends ein Bier ohne dass “Kölsch” auf dem Etikett stand. Mit dabei: der Daniel, seinerseits ein feiner Mensch und Wurstexperte. Da ich einige Zeit nicht mehr in der Stadt war, gabs Samstag die Innenstadt-Baustellen-Sightseeing-Tour. Eines fiel auf: wenn nicht gerade die Mopshundplakate die Wände zierten, wurden sie zur Schaufenstergestaltung rekrutiert.

Eine Hommage an die kleine Annabelle. Nach einem höchstzufrieden versackten Abend mit Helges Jazzclub wurde Sonntag im Sol y Mar gebruncht. Wahrscheinlich zwei Kilo schwerer aber wurzelremembered fuhren mich Mr. Smiling Cabdriver und Lady Hansen zum Flughafen. Im Gegensatz zur Ostermitfahrt mit Carsten (Blitzeis, Schneesturm, Autobahn: 5km/h) gab es diesmal ganz entspannt den selig stimmenden Flug in Richtung Köln. Jetzt wartet erneut die Arbeit mit gefüllten Pausen, welche die öffentlich-rechtliche Freundschaft zwischen MDR und WDR, Frau Hansen und Frau Panke stets pflegen, bis Ende Mai der Besuch die Freundschaft pflegen und den Dom besteigen will. Ich bin bereit. Denn die tote Idee wär am Ende zu wenig.

“Wir würden alle sofort von vorn anfangen, es ist alles wie immer, nur jünger. Elvis has left the building”

3. April 2008

graceland

Die Gegenwart: Und schon stecken wir im April. Beruflich wurde offiziell reingeschickt. Und ab jetzt gehts in die Verlängerung. Drei Wochen statt die gewohnten drei Minuten. Heute nachmittag geht der Flieger in den guten Osten – es wartet ein Seminar in der Uni, die absehbar vielleicht schon nicht länger die meine ist. Musikalisch bleibt alles stabil. Gitarre ist aus Zeitmangel zwar ein Schlüsselkind. In den Ohren hingegen gibt es Nachschub. Meedchenkram Kettcar (DIE bande) und Herrn Lindenberg haben die steten Hotelwände scheinbar nochmal inspiriert. Mit beidem gehts dann also in die Luft.

Die Zukunft: Für Nägel mit Köpfen, ist es zu früh. Da muss noch gelesen und gegengelesen, Leichtsinn gegen Schwermut aufgewogen, Sicherheiten gegenüber Chancen abgewogen werden. Im Raum steht eine Qwahl auf hohem Niveau. Aber in jedem Fall fühlt sich Ein Abitur in guter Gesellschaft, wenn Ein Diplom nebenan in der Schublade zuzieht. Das Haus ist nur stabil, wenn mit dem Bauen ganz unten begonnen wird.