30. Juli 2008

Verbrannte Erde

Das samstägliche Hochdruckgebiet im Schnellzug von Hamburg über Berlin und Leipzig nach Erfurt verlebt. In beiden Städten konservierte Bilder und Erinnerungen abgeholt. Dabei festgestellt, dass in meinem Stehsatz annähernd alle nennenswerten deutschen Großstädte bebildert sind. Freiwilliger Verzicht auf Bayern, dessen Zugehörigkeit zur BRD (bis auf Coburg) weiter angezweifelt werden darf. Jetzt also auch eine Kartei für Hamburg.

Ein Hund namens Efa hat ein leichtes Leben. Ein Alltag zwischen Schlaf, Wasser und Gerüchen.
Andere haben es schwerer; kämpfen gegen die Konkurrenz (CDU/ heute-journal), bittere Fakten (sinkende Mitgliederzahlen und Wählerstimmen/ sinkende Zuschauerzahlen) und eigene Fehler (Wanken nach links und fehlende Köpfe/ falsche Flaggenkunde und ebenfalls fehlende Köpfe). Und als sähe man nicht ohnehin schon die bitteren Parallelen zwischen tagesschau und SPD, bekennt Frau Bundeskanzlerin bei der Bundespressekonferenz den täglichen Konsum des heute-journals. Wäre die tagesschau eine Partei, sie müsste sich ihrer Verfassung nach SPD schimpfen.
Doch: Nichts liegt mir in meiner einzigen Urlaubswoche ferner, als tagesschau/heute-journal einzuprogrammieren und SPD und CDU beizutreten. Deshalb: bin ich bis auf Weiteres auf Fidji Skifahren und anschließend in der Sahara Zelten. Daher: unerreichbar weil der Empfang sich in Grenzen hält.
P.S. Heute Morgen per Satellit gesehen, wie Menschen in Kneipen der Extase nah jubelten und jauchzten. Der Grund: Das Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Rauchverbot. – Ich ziehe seither in Betracht im nächsten Leben Hund zu werden.

Poweronoff _me

14. Juli 2008

Mit-Menschen

Samstag Nacht in Hamburg die Jungfernfahrt des neuen Schienenersatzverkehrs genossen. Ein arges Menscheln morgens halb vier bleibt da nicht aus – Schicksal verbindet. (Schicksal = Warten auf den Bus). Schön, wenn mal kein dem Alkohol stets zusprechender Kamm-in-der-Gesäßtasche-Träger dabei ist der die Luft raubt. Dafür stehen in den Winkeln der Straßen die Taxen wie die Aasgeier und warten darauf, dass einer aufgibt. Fängt einer an und setzt sich rein, beginnt der große Streit um verbleibende Cabs. – Bisher noch nicht schwach geworden und geduldig die HVV beglückt. Gelobe hart zu bleiben.

13. Juli 2008

Auge vor Ohr

eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun.

11. Juli 2008

“Finger weg von meiner Paranoia, die war immer lieb und teuer”

Erscheint mir Hamburg so geeignet weil sich auf keiner der hiesigen Straßen der Asphalt vor hitzigen Erinnerungen hebt? improvisacione_

6. Juli 2008

Käse ohne Löcher

Wäre Hamburg ein Käse, dann wohl ein Parmesan. Der hat keine Löcher. – Bisher noch keine schlimmen Ecken in dieser so genannten Hansestadt gefunden. Suche: aufgegeben. Dass es hier (der Schilddrüsenunterfunktion dienend) nicht nur nach Fisch sondern auch nach große weiter Welt riecht, demonstriert schon der HVV-Bus. Wo sonst fährt eine Linie in weniger als 10 Minuten 3 Kontinente an (Sydneystraße, New-York-Ring, Kapstadtring)?

Die 1. Seminarwoche bestach vor allem durch ernüchternd Urlaubskonträre „Arbeitszeiten“. Ein Besuch beim NDR, bei Zapp-Guru Haberbusch und bei ARD-aktuell, deren Flaggschiff sich zunehmend ausgelassen Flaggenfehler leistet. In den Pausen wird 30m von der Akademie entfernt gen Udo gegrüßt. Ebendieser sitzt auf der anderen Alsterseite und schielt sicher immer mal nach draußen, während er die Füße hebt, damit das Zimmermädchen mal durchsaugen kann.

Das wochenendlich aufkommende Erholungsbedürfnis in der Strandbar befriedigt. (Alternativ standen eine Beachvolleyball-WM, ein wahnsinnsbeseelter Schlagermove und pulssteigernder Triathlon zur Wahl.) An den mir bekannten Strandbars fuhren bisher immer Züge oder wahlweise Boote vorbei. Hamburg macht einen auf „dicke Hose“ und schickt die derbsten Dampfer vorbei. – Dekadent aber beeindruckend. Und während zuhause in Köln fernab von RTL2-Kameras der große Mitbewohnertausch vollzogen wird, und Paula bei meiner Ankunft zum Fabian mutiert ist, steht nun erstmal die zweite Woche an der Akademie an. Es scheint wie eine Retro-Schülerdaseins-Welle, auf der geritten wird. Bisher wie gesagt ohne Kritik und Löcher im Käse.