28. September 2008

saturday night fever

Ein neuer Duschkopf, Kalkfreies Wasser, Ein Kochbuch, ein Abend im Studio 449 mit Freunden, eine Aufzeichnung eines neuen Formats, ein warmes Studio, Prosecco und Kölsch, eine richtige Entscheidung, ein falscher Kugelschreiber, ein fehlender PKW, ein Herz in der Hose, ein Besuch beim Abschleppdienst, ein nächtlicher Kaffee bei der Polizei, ein erinnerungsträchtiger Samstagabend. c’est tout.

24. September 2008

Von Herzscheiße und Lederjacken

[Back for good: Sarah Kuttner - bezaubernd.]

[Jedes gute Mädchen hat eine echte Lederjacke. Ich komme in den Himmel.]

[Der Ausblick auf Feiertagsarbeit stinkt.]

[Ein sendefreier Mittwoch ist ein Grey´s Anatomy - Mittwoch.]

[Andere bei ihrer Herzscheiße zu beraten, ist ein guter Weg, die Eigene in der Abstellkammer wegzuschließen. Temporär.]

23. September 2008

no risk no health

Fieber: gesunken. Dementsprechend gehe ich nun davon aus, den laut Krankschreibungsdurchschlag so nüchtern protokollierten grippalen Infekt zu überleben. Und ich mache auch schon wieder Pläne für die Zukunft: plane den Kauf eines Wasserfilters. Und auch an den Erwerb von Lebensmitteln muss ich jetzt, nach tagelangem Zwiebackkonsum und Pfefferminzaufguss wieder denken. So ein Überleben bringt Arbeit mit sich. Auch die WickVaporub-Salbe hat, den forschenden Pharmaunternehmen sei Dank, trotz der Haltbarkeitsbeschränkung bis 03/2004 weder Ausschlag noch Juckreiz beschert. – no risk no health! –

Doch auch ohne Fieber bleiben dieser Tage aufgekommene Fragen offen:
* Wenn Frau Meier von der Kasse bei Rewe, die in ihrer Freizeit ehrenamtlich Katzenkot im Tierheim ausgesiebt hat, stirbt, wird dann auch über ihren Tod im Fernsehen berichtet?
* Ist Trainspotting ein ebenso irrer Film, wenn man ihn nur mit 36,5 Grad Körpertemperatur schaut?
* Ist der September ein Monat, in dem der Auftakt der Heizsaison erfolgen sollte? [„Draußen wird es langsam kalt, für Wärme wird ab jetzt bezahlt.“]
* Bittere Ironie oder Ungerechtigkeit diejenigen, die geliebt werden am Schlechtesten zu behandeln?

“…well let the poets cry themselves to sleep”

22. September 2008

Fieberdesaster

Im Fieber sollte keiner so verlassen sein, dass er Verantwortung trägt für das Waschen eines gelben und eines weißen Schals. Beide tollkühn mit der Jeans in der Trommel allein gelassen, haben nun die schönste Zeit hinter sich. Und Schuld am Desaster ist ein Fieber, diesmal messbar. Und ich: selbst zu schwach um theatralisch den Verlust zu beweinen und zu kraftlos um mich mit gekauftem Ersatz zu trösten.
Gelernt: Nicht alles passt zusammen, deshalb: Berührungspunkte vermeiden.

“Ich bewahre alles auf, was du berührst.“
- Allem voran: mein Herz.

18. September 2008

poison oak

_Heute ein jahrelanges Rätsel der Musikgeschichte entschlüsselt. Für Momente saß ich ernsthaft stolz in der S-Bahn und habe das Lichtspiel zwischen Sonne und vorbeiziehenden Bäumen als Standing Ovation gedeutet.

_Ausgeglichenheit wird überbewertet. Während im Tiefkühlfach kein Fischstäbchen einsam sein muss, weht zwischen den Gittern des Kühlschrankes einsamer bissiger Wind. Leere.

_Beim Selbstversuch jede Straße ungeachtet der Ampelfarbe zu überqueren, jedes Mal auf astreines Grün gestoßen. Da wird deprimierter Mut vom Rhythmus der Lichtzeichenanlage als lächerlich entlarvt.

I’m leaving but I don’t know where to

12. September 2008

Freunde der Realität

“Und hört man: ‘Es gibt Leben auf einem fremden Planeten.’
Dann ist man aufgeregt und gleich ganz Ohr,
denn man stellt sich unter Leben,
ja, man stellt sich unter Leben, so gerne etwas Großartiges vor.”

Wenn man irgendwann aufwacht und merkt, dass man nicht mehr daran denkt und der erste Gedanke ist eben der, endlich nicht mehr dran zu denken, dann hat man nichts gelernt und jede Weiterentwicklung war eine substanzielle Täuschung. Als wäre der eigene Schatten nur durch einen Sportler einer Stabhochsprungnation zu überwinden, um zu verwinden. Und dann ärgert man sich, dass man früher nicht sportlicher war.
Und dann wacht man nachts auf weil es draußen lautstark Funken schlägt und man ist neidisch weil man selbst die Sprache verloren hat; keine Worte mehr findet. Dann gibt es doch Worte im Kopf und im Dunkeln angelt man mühsam den Stift, nur um dann zu merken, das einzig aufzutreibende Papier sind die 10 Rollen im Bad. Dann ist klar, es läuft was falsch in dieser wenig großzügig geschnittenen Wohnung, in diesem viel zu groß geschnittenem Leben.

“Ich weiß nicht warum ich dich liebe, mein Typ bist du eigentlich nicht.
Und ich mag eher lustige Menschen, du bist viel zu traurig für mich.

Du bist mir viel zu traurig, du bist mir viel zu schön
und du bist viel zu gut für mich, aber es wird schon gehen.
Denn ohne deine Liebe, das geb ich so gerne zu,
wäre ich mindestens hunderttausend Mal so traurig wie du.”

7. September 2008

Spam mit Herz

Ein Wochenende zum Altern. Gerade zurück aus Amerikas Disney Land, geplagt vom daraus resultierenden Jetlag und den Impressionen der 23 aus der Sachertorte gesprungenen geringfügig bekleideten Menschen, war der Sonntag zur Regeneration geplant, zumindest jedoch zum Kuchenbacken im Rahmen der Tradition des geburtstäglichen Rundenschmeissens.

Da wurde allerdings die Rechnung ohne den Parteiwirt gemacht. Auch dort wurde personell geschmissen (nämlich hin) und auch dort gibts (schon länger) einen lethargischen Kater. Allerdings: wenn ich mir das beim sonntäglichen Bügeln so anschaue, ahne ich eine derjenigen zu sein, die sich auf das kommende Jahr in politischer Hinsicht freuen – Denn seit heute ist Wahlkampf. Und bereits in der Vergangenheit waren die internen Zerlegungsmechanismen der SPD more entertaining than Lindenstraße und Biedermanns Lebensgefährtencasting. Man schaut nicht weg, wenn ein Regenwurm in Richtung Essig kriecht. Den gleichen Reflex löste die SPD bisher aus.

P.S. Fundamentalen Dank für sämtliche Geburtstagswünsche, im Besonderen seien hier die Deutsche Bahn, Ikea und diverse Damenoberbekleidungsläden angeführt. Spam mit Herz.

4. September 2008

heureka

Musik ist genau dann außerordentlich, bezaubernd und merkwürdig, wenn unlängst allein der Text zu Tränen rührt.

und ich fühle mich
wie der letzte große wal,
der tau auf dem gras,
der erste sonnenstrahl im tal der lust.
ich lege mich in den wind,
genieße den biss der luft und ich weiß,
genieße den biss der luft und ich weiß,
dass wir alleine sind.

wasch alles weg & lass es ziehen in richtung meer,
die leute lieben scheitern und ich scheitere so sehr.
zieh dir etwas hübsches an & halte meine hand
heute abend ist der letzte abend in diesem land.

Da gibt es nichts, dass es sich einzugestehen und vorzuwerfen gilt, außer Dummheit.