29. November 2008

how my money met black friday

Man muss nicht erst im Kino einen französischen Film mit irakischem Untertitel sehen, um zu merken, dass die Form der inhaltlichen Vermittlung eine Rolle spielt. Die hierzulande flächendeckend favorisierte Handhabung ist die Synchronisation. Das gelingt oft gut, ist manchmal sogar eine Verbesserung zur Originalversion. Oder aber es geht mächtig in die Hose. Das für mich traurigste aktuelle Beispiel aus der Kategorie Sitcom – „How I met your mother“. Ich selbst habe inzwischen alle existierenden Staffeln in Englisch gesehen. Im Original überschlägt sich diese Serie vor Wortwitz, Intelligenz, Kante und doppelten Sinnboden. Die deutsche Fassung jedoch, derzeit samstags auf Pro Sieben ausgestrahlt, kommt einfallslos, beliebig und dümmlich daher. Da ich um die amerikanische Fassung weiß, tut mir das umso mehr Leid. Denn diese Serie hat Lieblingseriensskala-Potenzial. Doch was der schlecht gewählte Sendeplatz nicht vergrault, das übernimmt die Synchronisation. Aber mich fragt ja keiner.

Vom gestrigen Freitag bleibt Folgendes zu erzählen. Am Tag nach Thanksgiving ist in den USA „Black Friday“. Für die amerikanischen Konsumenten bedeutet das: Shoppen lohnt sich. Apple hat diesen Rabatt auch auf Deutschland ausgedehnt. Und da ich, einige von euch wissen es, seit einiger Zeit mit dem neuen Macbook flirte, war es dann gestern soweit. Im Laden das Stichwort „Black Friday“ genannt und den dicken Rabatt mitgenommen.

Nun bin ich stolze Besitzerin eines 13Zoll Macbooks. JA – das Ding ist dennoch teurer als ein einfaches Notebook. Allerdings pendelt es sich täglich mit einem kleinen Laptop viel entspannter, die Virengefahr geht Richtung Null, der Meister in Düsseldorf bringt mir das „MacLaufen“ bei und das Ding sieht (ja, auch das ist ein Grund) bezaubernd aus. Außerdem weiß ich das Teil ernsthaft zu schätzen (Lohn für viele Überstunden) und ich hab Einiges damit vor. Damit wird der erste Job nach dem Volontariat gemeistert, die letzten Unijahre werden damit bestritten und Projekt „Book“ lässt sich auf dem Macbook auch in Angriff nehmen.

27. November 2008

Auf Herz und Sehnen geprüft

In meinem Portemonnaie steckt zwischen der Kreditkarte und dem Presseausweis seit einigen Jahren ein Dokument, das nicht mir zu Lebzeiten dient, sondern mit meinem Tod bedeutend für andere wird – ein Organspendeausweis.

Anfangs hatte ich damit trotz Überzeugung ein komisches Gefühl. Denn damit trifft man eine Entscheidung für eine Zeit, in der man selbst nicht mehr ist als die Erinnerung anderer.
Den Ausweis habe ich damals nicht ausgefüllt, ohne mir vorher einige Fakten anzulesen. Dass die Hornhaut anderen das Augenlicht zurückgeben kann, war mir zu diesem Zeitpunkt neu. Doch auch das fand ich neben all den lebensrettenden Organen sinn- und wertvoll. Zumal die nüchterne Alternative war, diese Chance für andere zu verbrennen.
Vor einigen Wochen habe ich dann allerdings Sachen gelesen, die mich an der öffentlichen Kommunikation der Organtransplantation zweifeln lassen. Das beginnt bei der Tatsache, dass nur selten von Gewebetransplantation gesprochen wird. In den USA wird der Wert aller Körpereile einer Leiche (vor allem aufgrund von ebendieser Gewebetransplantation) auf 250.000 Dollar geschätzt. Was der Begriff genau birgt, war mir nicht bekannt und ist es wohl den wenigsten Organspendeausweisbesitzern.
Setzt man das Kreuz auf der Rückseite des Ausweises an der entsprechenden Stelle, muss man sich meiner Ansicht nach Folgendes bewusst machen (auch wenn das in der Öffentlichkeit bevorzugt verschwiegen oder nur im Kleingedruckten festgehalten wird):
- die Muskelhülle des Oberschenkels wird verwendet, um den Nasensattel aufzupolstern
- die Haut wird so bearbeitet, dass Falten damit unterfüttert und Lippen aufgespritzt werden können
- mit Hautlappen wird der Penisumfang vergrößert
Das mag vielen Spendewilligen egal sein. Mich macht es allerdings wütend, dass solche Dinge in keinster Weise erklärt werden, wenn man für eine Organspende bereit ist. Dazu kommt, dass ich, man mag das überzogen nennen, nicht bereit bin auseinandergenommen zu werden, um eine 50-Jährige wie eine 45-Jährige aussehen zu lassen. Mein idealistischer Gedanke bei diesem Ausweis ist es, dass andere Menschen mit meinen Organen ÜBERLEBEN können. Und für mich gibt es keine geringere Zielvorgabe um in Kauf zu nehmen, dass mein Körper nach der Organentnahme mit Zellstoff modelliert und mit einem Peggy Perfect Konus Besenstiel als Knochenersatz wieder zusammengeflickt wird.
Ich bin also nach wie vor für die Organspende(!), nur ziehe ich jetzt eine Grenze zur Gewebespende. Zwischen meiner Kreditkarte und dem Presseausweis wird weithin aus Überzeugung dieser Ausweis stecken. Nur ist das Kreuz auf der Rückseite in einem anderen Kästchen.
Wer von euch dieses Wissen als ausschlaggebend für Entscheidungen empfindet, dem sei das Buch von Martina Keller ans Herz gelegt.

Und weil trotz allem erst einmal noch gelebt wird (und wie), kann ich nicht verschweigen, dass ich jetzt gerade wieder ganz stolz auf meinen Arbeitgeber bin. Eine Ehre für mich.
keep on rocking!
siolita_

25. November 2008

Day & Age

Da es der Winter in diesem Jahr sogar im Rheinland ernst zu meinen scheint, bleiben einem derzeit nur die bezahlte Zentralwärme und Töne aus glühenden Tagen:
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

22. November 2008

Leasing eines Lebens

Das Gute an Stochastik ist nicht zuletzt, dass sie kein Gedächtnis hat.
Schneeflocken in Köln sind unwahrscheinlich. Umso rührseliger war der heutige Morgen. Und weil ich ganz widerliche Laster habe, bin ich schwach geworden und habe heute einen kitschigen dekorativen Adventsstab gebastelt. Und weil man sonst alle Regeln bricht (und das bereut), werde ich nun eine einhalten: keine Kerze wird sofort von beiden Seiten angezündet sondern jede wenn für sie die Zeit gekommen ist. Somit ist meine Weihnachtsdekoration komplett. Ein Heer von Zimträucherkerzen, Adventsstab, Weihnachtsstern, Schneeräuchermann und (das passt) ein kaputter Schwippbogen. Je mehr Kitsch auf dem Tisch steht desto weniger Karten lassen sich drauf legen.

Die zweite Halbzeit der Außenstation ist angebrochen, die Monatszahl ist zweistellig, die Farbe des Papiers im Terminkalender ist nicht mehr zu erkennen, drei Kreuze nicht absehbar.

Und einige Fragen gilt es in diesem Jahr noch zu klären (abgesehen von offenen Rechnungen): Kann man Freizeit verlernen? Ist ein Leben ohne Online-Banking- Tan-Liste möglich? Ist ein Steuerberater wirklich so unverzichtbar? Kann man sich das neue Dido-Album kaufen ohne das rechtfertigen zu müssen? Wieso ist der erste Herbst, den ich zu schätzen wusste, der kürzeste von allen bisherigen? Muss man auch eine Freundschaft beenden, vor allem, wenn man sich eingesteht, dass sie vielleicht nie eine war? Hat der Kerner zugenommen? Kann man mit dem Holzkopf durch die Wand?

Rückbesinnung:
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

17. November 2008

Fernsehkonsumempfehlung

Diesen Mittwochabend bitte “Hart aber fair” im Ersten gucken! Denn “sternTV” hat nicht mehr als das zu bieten. Merci.
Cheers Moi

16. November 2008

Eighter/Or

Ein freies Wochenende hat gute und schlechte Seiten.
Hell: neue externe Festplatte, neues Mobiltelefon, 2x Sport, Ausschlafen, ein Weihnachtsstern auf dem Tisch.
Dunkel: der vom Mitbewohner samstagabendlich gestartete Versuch, eine Spühlmaschine einzubauen, gilt nach unter Wasser gesetzter Küche vorerst als gescheitert.

Ein Gemisch aus Muskelkater und Kopfschmerz lässt mich nur wage an einen ekstatischen Wochenauftakt glauben.

Der heutige Rausschmeißer: für dich Krissl – eine Hommage an deinen Arbeitgeber (Wenn Qualität und Quote eine Symbiose eingehen):
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

13. November 2008

five leaves left

Müde_
Der Nerv ist eingeklemmt_
Der Anspruch, dass es etwas bedeutet_
Jedes Kapitel fällt schwer; tut gut und weh_
Das Wochenende acht Arbeitsstunden entfernt_
Zerschlagen_
Der eine hat Quote, der andere Qualität_
48 Stunden Winterschlaf_
Schachmatt_

11. November 2008

Morgens elf nach elf in Köln

Heute gefühlt der einzige nüchterne und nicht verkleidete Mensch hierzulande gewesen.
Bilanz des Tages: nur noch einen Wohnungsschlüssel für zwei Bewohner. Denn der Mitbewohner hat seinen im Dusel des Fusels verloren. Meine Stimmung: am Siedepunkt.

10. November 2008

strawberry lemonade

Gestern von Köln nach Frankfurt, über Aschaffenburg nach Würzburg und wieder zurück gefahren. Dabei gibts allein in Köln genug zu tun und zu überdenken. Denn an Perfektion grenzt nunmehr gar nichts, was ich anfasse, loslasse, wie ich es halte mit den Dingen. Dass es sowas dennoch gibt, dafür fallen mir Beispiele ein. Hier zwo:
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com