27. Februar 2009

Ende_

Du warst Neubeginn, dreckig, verrucht, dem Alkohol nicht abgeneigt, Abenteuer, am Wasser gebaut, kernig, die ersten Schritte im Wilden Westen, der Glaube an einen GROSSartigen Anfang, blauer Atem, kommunikativ, ans Herz gewachsen, die Erkenntnis eines maßLOSEN Scheiterns und das erste Öffnen der Büchse der Pandora; Stadt.

“Wasch alles weg, lass es ziehen Richtung Meer.
Und die Leute lieben Scheitern und ich scheitere so sehr.
Zieh dir etwas Hübsches an und halte meine Hand.
Heute Abend ist der letzte Abend in diesem Land.”

23. Februar 2009

Ohne Gewehr

Wir hätten gemeinsam mit Swarowskikristallen in der Lidl-Tüte am Aldi vorbeilaufen oder zusammen mit Pfeil und Bogen auf Kinder mit Spielzeugpistolen in der Hand schießen können. Wir hätten zusammen den Sand in den Schuhen auf den Nachbarsbalkon schütten, Zeit teilen, den Kopf verdoppeln, das Nichtstun zelebrieren, die Welt beiläufig retten, Aufkleber tauschen, Tätowierungen verneinen, Konzerte bejahen, Musiker pathetisch finden, Aschebecher füllen, Bierflaschen leeren, Wände mit Edding verschönern, Wahlplakate entstellen, Fernsehen verschmähen, Stau dulden, Theatervorhänge feiern, Silvester verachten, Geburtstage ignorieren, “Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens auf Ewig” buchstabieren, den Rhein beim Bewegen zusehen und Tomaten pellen können.
aber entwaffnet: verdammt nein.
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22. Februar 2009

Oberlippenuntermieter

Seit 27 Tagen sparte er an Wasserkosten und sozialen Kontakten [Korrelation]. Die Statik seiner Lebensmittelpyramide beruhte auf Drogerievitamintabletten, Koffein und Mundwasser. Die leeren Tage füllte er mit Splitteroperation an der offenen Handinnenfläche, dem Kommentieren der eigenen Einträge auf seinem Blog [Monolog 2.0] und dem Basteln eines Bauernhofes aus Korken und Stecknadeln. Inzwischen nahm das Projekt eine Fläche von zwei x drei Metern ein und das Ergebnis seiner konzentrierten Arbeit erfüllte ihn durchaus mit Stolz, wenngleich ein schadenfreier Hürdenlauf zum Badezimmer ein erhöhtes Maß an Zeit beanspruchte.

Nun, an diesem Montag war er endgültig gezwungen zu den Lebenden zurückzukehren, rasierte den Bart seiner Einsamkeit (inzwischen 0,9cm) und beschloss dabei aus Wehmut über das Ende der vergangenen Wochen mit sich und nichts, der Welt hinter der zweifachen Kettentürsicherung mit Oberlippenbart entgegen zu treten. Da das Surren des Rasierers von den Killers im Radio begleitet wurde, erschien ihm diese Option großartig, folgerichtig und notwendig um der Außenwelt seine Zeichnung der vergangenen Wochen nonverbal zu verdeutlichen.

Als er anschließend seine marineblaue, mit unnötigen Streifendetails versehene Jogginghose von den trägen Beinen streifte (Sie wurde ihm in diesen Tagen zum treuen Freund. Seit Tag 15 duzten sie sich sogar.), er seinen einzigen schwarzen Anzug aus dem Schrank nahm und sein Spiegelbild dabei im Augenwinkel entdeckte, erschrak er sich beim Anblick des frisch kreierten Oberlippenbartes und beschloss, auf dieses Zeugnis einer möglichen genetischen Verwandtschaft mit Seelöwen verzichten zu wollen. Einer beruflichen Zukunft als Handballtrainer stand er ohnehin verschlossen gegenüber.

Vorbei an den weidenden Kühen zurück im Badezimmer angekommen, spuckte der Rasierer nach einem letzten Aufbäumen nicht mehr als ein Röcheln aus. Der Bart bewarb sich also als neuer Oberlippenuntermieter. Die spontane Idee einer Rasur mit dem Käsemesser verwarf er sofort wieder. Stattdessen beschloss er den Handballtraineresprit zu akzeptieren. Immerhin ähnelte er noch vor wenigen Minuten einem Diplommeteorologen. Und hätte der Rasierer noch 30 Sekunden funktioniert, stünde er, der Vertreter der Von-Außen-nach-Innen-Rasur einer ganz anderen sozialhistorischen Problematik gegenüber.

Er zog sich seine Handschuhe an, fand seine Schlüssel im Gefrierfach und zog die Tür hinter sich zu. Er schlich vorbei an seinem kotzenden Briefkasten und hörte beim beißenden Uringeruch der Müllbepflasterten Straßen zum ersten Mal seit 27 Tagen seinen Herzmuskel gegen die Brusttasche schlagen.

20. Februar 2009

Den Atem deines Schweigens fülle ich in Einweggläser

01_ Raum ohne Möbel
02_ 475 Tage bis zum Anstoß
03_ Kamikaze Karneval
04_ Recht am eigenen Bild von Prioritäten
05_ Schwarz auf Weiß: Dortmunder Student
06_ “Ich danke der Academy (fürs Erkennen von Talent)”
07_ Der Dübel der Vergangenheit klemmt fest
08_ Chicken Wings in Porzellan
09_ Wisch dir den Sand aus den Augen und baue Burgen daraus
10_ Vier Tabletten Johanniskraut
11_ Weiße Wände: Neustart

hidden track_
“An der Flamme Deines Hasses zünde ich mir eine Kippe an”

15. Februar 2009

The art of: akku_boring

Damit kann man Löcher in Käse basteln, Banken im Dunkeln überfallen, Nasen reinigen, aus Topfböden Nudelsiebe machen, Ohrlöcher weiten, A4-Blätter lochen, das Eis im Tiefkühlfach abtragen, Kastanienfiguren kreieren, Weinflaschen öffnen, Bilder an die Wand hauen, Häuser bauen, Großstädte errichten und Herzen durchbohren.
Willkommen daheim.

13. Februar 2009

Epimetheus

‘Wenn man könnte, würde man diesem Elend den Rücken kehren, man hätte diese Dose der Pandora ein zweites Mal geöffnet und das Dauerabonnement auf Traurigkeit fristgerecht gekündigt. Alle, die eine Auszeit davon nehmen, werden verstanden weil beneidet.
Man läuft durch die schwarze Häuserschlucht, fühlt sich als löste man sich auf in diesem Leiden. Und dennoch scheint man zu sein. Denn, stehen die Straßenlaternen in passenden Winkel, wirft der Körper vier Schatten.’

5. Februar 2009

gravity

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“there’s nothing left for me to say. you break my heart in every way.”

2. Februar 2009

“Und es ist gut so und folgerichtig.”

(Volontariat: Ende/ Halbe Stelle: Anfang/ Monheims Herz: gewonnen/ Alles toll, toll, toll fürs Protokoll/ Die größte Nation der Welt ist Resignation/ Mehr geht nicht/ Demnächst aber wieder/ Die Tage/ Irgendwann.)

tonight make me unstoppable
i will charm, i will slice,
i will dazzle them with my wit
tonight make me unstoppable
and i will charm, i will slice
i will dazzle i will outshine all.