30. April 2009

Den Umständen entsprechend

Vor einigen Tagen überrascht einen Artikel des in Erinnerung gebliebenen Autors gelesen. Dachte, der Herr des verschobenen Museumsbesuchs habe sich zur Genesung zurückgezogen. Nun scheint mir sein Kopf zu groß um gesund zu sein. Dennoch, der treffendste Satz im Artikel zu Schlingensief:
„Als Schlingensief an Beckmanns Holztisch sagte, dass er nun nicht mehr jeden Scheiß mitmacht, war das ja auch eine ziemliche Text-Bild-Schere.” (Stuckrad-Barre)
Heute morgen nach dem Aufstehen um 5Uhr30 die Strecke nach Dortmund mit Nietzsche verbracht:
“Ich liebe Den, dessen Seele tief ist auch in der Verwundung, und der an einem kleinen Erlebnisse zu Grunde gehen kann: so geht er gerne über die Brücke. Ich liebe Den, dessen Seele übervoll ist, so dass er sich selber vergisst, und alle Dinge in ihm sind: so werden alle Dinge sein Untergang. Ich liebe Den, der freien Geistes und freien Herzens ist: so ist sein Kopf nur das Eingeweide seines Herzens, sein Herz aber treibt ihn zum Untergang.”
- Hmpf. Auf dem Rückweg dann mein Geld in eine Bildzeitung investiert und herausgefunden, dass “Kartoffelchips an der Hose säubern” out ist. Nach so viel Input an diesem langen Tag, spiele ich gleich Schlafen sobald Althaus bei Kerner mit Gefühleüben fertig ist und Kerner bei Althaus das Therapiesimulieren aufgibt.

29. April 2009

Leben im Zitat

Bisweilen erwische ich mich selbst dabei, den Stil beim Schreiben von Größen zu kopieren mit denen ich mich nie werde messen können. Als Starthilfe für den eigenen Antrieb. Insofern ist das legitim.
Everlaunch ist eine deutsche Band; eine der guten, die es zu hören gilt. Eine andere, britische Band liegt mir ebenfalls trotz gefühlsduseliger, rückwärts gewandter Konnotationen so sehr am Herzen, dass ich schon deren Livealben in Great Britain bestellt habe, signed. Hard-fi. Deren Homepage besticht seit ich denken kann durch schlichtes Design. Eine gewisse Ähnlichkeit zu meiner ist irgendwas zwischen Zufall und Sympathie. Seit Kurzen sieht die Seite von Everlaunch genau so aus. Übrigens: ein Titel von Hard-fi heißt: „suburban knights“.
Das Ganze löst durchaus gerechtfertigt Irritationen aus, die eine weitere Kopie der Britischen Indie-Bands fürchten lassen. Dennoch, auf dem neuen Everlaunch-Album wird es ein Werk geben, das die Nerven durchschneidet, so millimetergenau trifft es die Aorta im Ohr. Trotz der Starthilfe vertraue ich in die eigene Batterie dieser Band, die nicht gezwungen “irgendwie britisch” klingen will und so viel Liebe in jedes Stück steckt, wie es sich als Musiker mit Sinn für Absolutismus und ohne doppelten Boden gehört. Und deshalb definiere ich (auf keinen Fall wegen meines Dortmunder Studiums) die Farben Gelb und Schwarz als Demonstration des guten Geschmacks und warte ehrfürchtig darauf, dieses eine Lied im Sommer so oft hören zu können bis ich schwindelig vor Ergriffenheit mit Mädchenbier auf dem Balkon stehen werde und merke, dass ich über dieses Lied weg gekommen bin. Bis dahin bleibt, wie im vergangenen Beitrag, der smarte Vorgeschmack:

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27. April 2009

Rhythmusstörungen

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In den vergangenen Tagen vermehrt über einen Abbruch der Zelte innerhalb von 7 Stunden nachgedacht. Diese Zeit genügt um Zähne zu putzen, meine Tasche zu packen, das Mobiltelefon (nachdem jede Nummer einzeln gelöscht wurde) in der Mikrowelle zu grillen, den Laptop gemeinsam mit der Gitarre von der Balkonbrüstung im 4.Stock zu werfen, dabei zu weinen, den MP3 Player aufzuladen, Uni- und Arbeitsunterlagen in der Badewanne zu verbrennen, der angerückten Feuerwehr zu erklären, dass die Lage im Griff ist, zum Hauptbahnhof mit Zigarette in der Hand zu laufen, eine Flasche Kölsch zu kaufen, die Allergietabletten aus der fahrenden S-Bahn zu werfen und am Flughafen den Reisepass auf die Theke zu schmeißen, mit den Worten: „Kein Rückflugticket, kein Gepäck aufzugeben.“
Am Ende dieser abwegigen Gedankendramaturgie schließe ich die Balkontür, stelle den Rest des zu starken Kaffees in die Küche, treffe im Treppenhaus meinen Nachbar im viel zu kurzen Bademantel, grinse dabei, lege Musik auf meine Ohren, kaufe die tägliche Schachtel Gauloises light und sorge mich im morgendlichen Tabakschwindelgefühl darum, pünktlich an Uni oder Arbeit zu erscheinen.
Ach, Eier müsste man haben und die Sache durchziehen.

26. April 2009

Gehirn schlägt Falten

Ich mache mir Sorgen. Um mich. Da ist man unberechtigter Weise nicht die Einzige. Aber hier handelt sich um Selbstbeobachtungen, die Fragen von der Durchschlagkraft eines chinesischen Küchenmessers durch einen Apfel aufwerfen. Seit geraumer Zeit grübelt man ernsthaft über den käuflichen Erwerb einer Heizdecke, an Feiertagen zieht man den großen Reich-Ranicki-Themenabend auf Arte einem Abend mit Bratwurst,Bier&Ballermann-Stimmung in der Düsseldorfer Altstadt vor, beim Toilettenpapierkauf wird man eitel und neigt zur 4-Lagen-Dekadenz. Als wäre das nicht beunruhigend genug, ist man seit einiger Zeit latent in der Lage bei „Zwei bei Kallwass“ und „Nur die Liebe zählt“ zu weinen. Man ist 23! Nun beschlossen, mich sofort an einen Experten zu wenden, sollte ich mich erwischen, bei Florian Silbereisen eine länger Zapppause von mindestens 5 Sekunden eingelegt zu haben und an den Händen eine Hornhaut vom Stricken zu entdecken.

25. April 2009

Sollbruchstelle

Heute die Heuschnupfenmedikamente-Saison eröffnet. Kann schon fast wieder Tageslicht durch die abschwellenden Augen erkennen. Ebenso beschränkt sich das Niesen auf ein Dasein im 4/4 Takt. Mit etwas Glück müssen doch nicht alle Bäume in der Umgebung mit der Nagelfeile gefällt werden. In Köln heute alles zum Überleben gekauft: eine D-Saite aus Nylon und schwarze Socken.
Kapitel-Produktivität hält sich weiterhin in Grenzen. Dabei passieren im Kopf Dinge, die Mentosdrops in Colaflaschen gleichkommen.

23. April 2009

Kopf oder Qual

Das Gleiche wie hier, nur in gut, bezaubernd, positiv und nach vorne gibt’s hier. Also: rüber mit euch.

22. April 2009

Sommerpausenintermezzo

Le Schmidt mit La Bauerfeind im Interview. (Im Fernsehen kommt ja eh nix.)

21. April 2009

Leben vom Tod

Ein mir sehr ans Herz an den Wurmfortsatz gewachsenes Fernsehformat ist “hallo deutschland”. Sowohl das breite Themenspektrum (Unfalltod, Mord und Totschlag) als auch die stets “journalistisch akribische Arbeit” machen diese Sendung zum Highlight des öffentlich-rechtlichen Tiefpunktes. Die Medienpiraten haben das sehr schön aufgeschlüsselt.

20. April 2009

Wenn Lieder verkleben

Und man schmeckt den Grashalm im Mund, spürt den Fahrtwind an der ausgestreckten Hand, sieht den Hund mit dem Schaum der Wellen kämpfen und Sonnenstrahlen an Gerstefeldern brechen. Illusion von Glück für 3Minuten50:
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