16. Mai 2009

Bandsalat

Notbremse_ Dieser Blog ist vorübergehend stillgelegt, in der Hoffnung, dass das vorüber geht_ habe mich auseinander gelebt_ unüberbrückbare Differenzen_ Gehen Sie bitte weiter; hier gibt es nichts zu sehen_ Alle wunderbaren Links auf der rechten Seite seien weiterhin ans Herz gelegt. Allen voran verticale_ Danke bis dato_

12. Mai 2009

Aus Mangel an Gezeiten

Da ich nun doch nicht an der plötzlich aufgetretenen Erkrankung gestorben bin, gilt es neuerdings im Rahmen eines Seminars einen persönlichen Zeitplan zu führen. Nach den ersten Tagen ist für meinen Geschmack zu viel „Arbeit“, „Uni“ und „Arbeit und Uni“ dokumentiert. „Freizeit“ und „Mittagessen“ glänzen hingegen mit Abwesenheit.
Bin unterdessen anhaltend verliebt. In einen Gedanken, den ich bezaubernd finde und den der Leipziger Kopf mit Zuckerbrot voranpeitscht. Und gerade jetzt, wo die Tage mich mit dieser Idee wecken, trägt jeder frisch polierte Einfall eingequetscht zwischen den Tagespflichten bedenkliche Schrammen und Kratzer davon. Meine Hoffnung: Die Sache wird davon nur bedeutsam geschliffen und nicht unwiederbringlich zerbröselt.

9. Mai 2009

Selbstwort

Heute Morgen aufgewacht und mich entschieden eine Entscheidung zu fällen. Weiter bin ich noch nicht gekommen. Die leidenschaftliche Liaison zwischen Heuschnupfen und Erkältung fordert ihren Tribut, denn die beiden knutschen in meiner Gegenwart mit einer Intensität, die eine Beständigkeit dieser zarten Bande erahnen lässt. Wenn man aus Nasenrotz Strom erzeugen könnte, wäre ich in der Lage, einen zwölf Meter großen kunterbunten Cowboy zu beleuchten; blinkende Stiefel und Waffe inklusive.
Der rotzfreie Rest von mir befindet sich irgendwo zwischen Sprossenwand und Matte. Das Weiterschreiben füttert den Windhund Elan und lässt gleichzeitig die Katze Vorsicht fett werden. Denn gegen Ende wird sich in großen Lettern ein Und-jetzt?-Gefühl einschleichen. Und dann wieder nur reflexartig auf den Fidji-Inseln bügeln zu wollen, ist wirklich alles, nur nicht Lösung.

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8. Mai 2009

Reiß die Trauer aus den Büchern

Gestern lag ich im Sterben, oder so ähnlich. Fieber, Schüttelfrost und ein Stechen im gesamten Kopf, dass man auf die acht Kilo verzichten mag. Sogar von geschälten Tomaten, Tankstellen und roten Katern wurde phantasiert. Zugegeben, in Sachen Kranksein habe ich viel männliches Elendsempfinden geerbt. Mitten in der Nacht machte sich bei grausamen Gewitter auch noch ein Gefühl im Brustkorb breit, das einem 2-Gang Schlagbohrer zwischen den Herzkammern gleichkam. Vor lauter Panik schon fast nach dem Tonbandgerät gegriffen, um das Kapitel im Kopf zu Gehör zu bringen. War dann doch zu schwach. Heute also überraschend doch wieder aufgewacht. Inzwischen beherrsche ich die horizontale 180 Grad Wende schon gekonnt und bin ohne Standing Ovation des Kreislaufes in der Lage, einmal am Tag die 47 Meter entfernte Apotheke anzusteuern um im Tausch gegen Geld mein Leid bekunden zu dürfen. Es geht wohl aufwärts und das wenigstens mit neuer Musik von Maximo Park.

4. Mai 2009

Sein oder nicht Sein – Ein Fernsehmonolog

„Ich war in der Bar und wir haben Schach gespielt mit einem Kunden. Und sie hat mir mit der Bierflasche dann später auf den Kopf gehauen. Und dann dacht ich ‚Scheiße, mein Leben ist zu Ende – Ich versuche mein Leben zu nehmen.’ Ich hab dann versucht hier halt ja mir das Leben zu nehmen in der Bar. Ich hab da zwanzig Mal dran rumgesäbelt aber das hat nicht funktioniert. Dann bin ich nach oben gekommen und hab die Tür eingetreten. Dann bin ich hier umgeknickt weil die Achillessehne verletzt war. Dann hat sie den Krankenwagen geholt und dieser Krankenwagen hat mich ins Krankenhaus gebracht. Von dort aus haben die mich eineinhalb Tage in die Psychiatrie gebracht wegen Selbstmordgefahr. Zum Glück war ich nicht krankenversichert sonst wär ich da wahrscheinlich nicht wieder rausgekommen aber mit ohne Krankenversicherung war alles perfekt.“
Eines muss man dem Zwegat lassen: die stets angemessene Mimik. Schließlich kann man bei dieser Geschichte nur so, so oder so gucken.

2. Mai 2009

Kabinenpoesie

“Was steht’n da auf dem T-shirt drauf, das du da anprobiert hast: ‘love, peace and harmony’. Das passt überhaupt nicht zu deiner Persönlichkeit. Kauf das nicht.” Sollte sich wohl mal ‘ne neue beste Freundin suchen, dieses Mädchen in der Umkleidekabine.

Quantensprung auf Millimeterpapier

Die Schweinegrippe, deren Vorname „so genannte“ ist (formally known als „Neue Grippe“) will mich so gar nicht in Panik versetzen. Würden die TV-Sender „Schweinchen Babe“ eigentlich grad aus dem Programm nehmen? Kann man von der Gelatine in Gummibärchen erkranken? Und bietet ein gehäkelter Mundschutz in den Farben des 1.FC Köln die nötige Sicherheit? Fragen über Fragen.
Heute im Rahmen einer telekommunikativen Konversation wieder einen Quantensprung auf dem Millimeterpapier der Selbsterkenntnis gemacht: Unter den Würsten wäre ich diese Du-darfst-Wurst, für die Kerner über den Gartenzaun und wie ein kleiner Junge auf die Küchentheke springt. Das löst Grübeln aus. Und beim Wetterbericht wäre ich ein Tiefdruckgebiet. Wenn es groß ist, will das Mädchen eine Rostbratwurst sein, die sich in der besonnenen Hitze des Hochdruckgebiets aalt.

1. Mai 2009

Die verlorene Ehre von RTL

Richtig, als Kind hatte ich ihm viel zu verdanken: erst schuf er den “Mini-Playback-Show”-Familienabend und ging dann mit “Traumhochzeit” und “Der Preis ist heiß” in meine persönlichen ersten Fernsehmemoiren ein – der Sender RTL. Nachrichten waren nie seine Stärke; definiert er doch einen Mann als Anchor, dessen Mission in Interviews stets die Beteuerung des eigenen, leider verkannten Humorpotenzials ist. Dass er junge Menschen 18:45Uhr mit bunten Piktogrammen und lebensgroßen Tortendiagrammen zu Nachrichten lockt, habe ich nicht zuletzt vor Ort akzeptieren gelernt. Doch diese unsägliche Durchdringung seines Mittagsmagazins mit Pseudonews über Pseudopromis, penetranter Gewinnspielaggression und (das Inakzeptabelste:) diese medienethisch und handwerklich mehr als bedenkliche Berichterstattung über tatsächliche Nachrichten, lässt einen aus tiefsten Herzen würgen und RTL auf der Fernbedienung zwischen 9Live und dem Poker Channel verbannen. Nach dem “Chaos vom Feinsten” nun also “Großes Tohuwabohu”. Und heute kann RTL nicht mal mehr gute Fernsehshows produzieren. In dieser konkreten Sache muss man ehrlich ergänzen: viele Online-Ableger der Zeitungen und Zeitschriften haben beim Thema Apeldoorn 1a Fallbeispiele für ein Seminar über Bildethik geliefert. Gebraucht werden diese Veranstaltungen demnach mehr denn je. Ich guck heut WDR.