31. März 2010

Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt

Man kann natürlich behaupten, man wollte schon immer Arzt werden, oder man kann beteuern, dass das alles so furchtbar spannend war im vergangenen Herbst, als die finale Staffelfolge lief und man noch mal aufstehen musste und sich bei der Mitbewohnerin entrüstet beschwert hat, dass man nun mit diesem offenen Ende in das nächste halbe Jahr entlassen wird. Man kann aber auch einfach mal Mainstream-Mädchen sein und sich unheimlich doll auf den heutigen Auftakt der neuen Grey`s Anatomy-Staffel freuen; mit allen medizinisch hanebüchenen Fällen und unrealistischen Kitschmomenten, die das so mit sich bringt.

28. März 2010

Sommerzeit, die 2te

In der letzten Zeit hat man so viel an der Uhr gedreht, dass Zeit relativ geworden ist. Abgesehen von diversen Zeitverschiebungen und der Umstellung auf die amerikanische Sommerzeit am 14.März wurde heute also auf die europäische Sommerzeit umgestellt. So langsam nimmt einen die eigene Uhr wahrscheinlich nicht mehr ernst.

27. März 2010

Reden ist Gold

Ihr Name war einer der ersten die man sich als frisch geschlüpfter Leipziger Journalistikstudent gemerkt hat. Und ihre Theorie von der Schweigespirale war das erste Fachwissen, womit sich das Rudel Erstsemestler damals vor den Hörsälen stehend gegenseitig bedeutungsschwanger beeindrucken wollte. Auch sie ist Schuld daran, dass man heute weiß, dass man mit seiner Meinung selten exklusiv sondern oft Mainstream und damit beruhigend normal ist.
Die Frau Noelle-Neumann.

26. März 2010

Und danke für die Stunden, Sincerely…

Wenn man sechs Stunden vor Abflug am Flughafen steht, muss man improvisieren um sich die Zeit zu vertreiben. Unsere Wahl fiel auf eine spontane Fotosession (zur Freude der anderen Flughafennomaden). Und irgendwann ist es dann soweit. Mehr als sieben Stunden im Flugzeug sind ja so eine Sache, vor allem wenn man etwas Flugangst und (Achtung political incorrectness: ) Beine hat. Aber man ist gleichzeitig auch ein Fan vom Fliegen und deshalb freut man sich auch ein bisschen auf den blauen Himmel da oben, den Verlust des Zeitgefühls und das Flugzeugessen. Beim Rückflug von Washington gab es vorab eine Sturmwarnung, was die Vorfreude etwas drückte. Zeitweise rumpelte es dann auch ausgelassen, so dass man es als schlechtes Omen empfand, dass man ein Buch mit dem Titel „Auch Deutsche unter den Opfern“ im Handgepäck hatte. Da muss man gegen die Anspannung was tun. Optionen: Durchdrehen oder (und darauf fiel meine Wahl) für stolze sechs Dollar mit der Kreditkarte (man hat von den Amerikanern gelernt) Weißwein kaufen. Und es mag an der Müdigkeit gepaart mit der Flughöhe gelegen haben: Hui, da oben geht alles ungefiltert ins Blut, was zur Folge hatte, dass man sich über die Turbulenzen wie ein Kleinkind auf einem Karussell gefreut hat. Insofern war der Rückflug in vielerlei Hinsicht abenteuerlich. Und dann kommt man zurück mit einem schwereren Rucksack, gefüllt mit zollfreien Artikeln und Erinnerungen für eine Ewigkeit.
Das, was man abbilden konnte, steht nun aufgefüllt hier.

Und es gibt kein anderes Liedgut, mit dem man die Serie der vergangenen Einträge mit bebendem Herzen beenden könnte, als das der Band deren musikalische Baustelle Emotion und Zerfall sind:

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25. März 2010

Mr. November

Hätten die USA nie Kriege geführt, wäre die Hauptstadt um einige Monuments ärmer. Erkältet im Bus durch das verregnete Washington fahrend, ahnt man aber schon, wie schön diese Stadt wahrscheinlich bei Sonnenschein und funktionierendem Immunsystem ist. Und überall grinst dieser Mann mit Charisma von den Shirts, Tassen und Pfefferminztablettendosen. Die Stadt war gleichzeitig auch der letzte Ort, um den Kaugummivorrat für die nächsten drei Monate aufzufüllen. (Jetzt kaut man das Fernweh immer mit.)

24. März 2010

Streets of Philadelphia

Nach New York kann natürlich vieles kommen aber nichts kann mithalten – so auch Philadelphia. Auf diese Weise schafft man aber alles touristisch Sehenswerte an einem Tag aufzusuchen. Und so gings zur Rocky-Film-Kulisse und in den Love-Park (der aus ein paar Betonplatten und einer kleinen Skulptur besteht). Und irgendwo in Philadelphia gab es so etwas wie Leben und Menschen, Farbe und Töne.

23. März 2010

“Dass das, was du mit deiner billigen Kamera streifst, nicht dir gehört und auch nicht vielleicht irgendwann”

Verwandte haben normalerweise nur eine Erwartungshaltung an Urlaubsfotos: Schwester, Enkel, Nichte oder gar das eigene Kind möchte doch bitte formschön vor der (auswechselbaren) Sehenswürdigkeit posen, fröhlich grinsen und gut erkennbar sein. Was das angeht, hat man lange vor diesem Trip alle ernüchtert und Bilder angekündigt, auf denen vieles zu sehen sein würde, vielleicht sogar Menschen, aber weniger man selbst. Zum Glück waren da Menschen, die fleißig dokumentiert haben, was man selbst so in Amerika gemacht hat und vor allem mit welcher Körperhaltung man der Stadt der Städte jeden Tag die Stirn geboten hat. Dafür wird ihnen die Verwandtschaft dankbar sein.


(Bilder: ck)

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22. März 2010

Erkältung

Es gibt ja im Grunde nur blöde Erklärungen, wie man sich eine Erkältung eingefangen hat.
Es gibt aber auch eine gute.

21. März 2010

forever the people

Man mag die Menschen in New York – die zukunftsweisenden, enthemmten Sneakersträger, die müden Geschäftsmänner mit Falten in Gesicht und Zeitung, die Verrückten in weißer Felljacke die zwischen den hupenden Taxen ihren Traum leben, die Mexikaner mit weißen Kopfhörern im Ohr, die Menschen, die Modeln sollten und die Chinesen, die stundenlang im Park Brettspiele spielen. Da fühlt man sich ziemlich am richtigen Ort.