30. Mai 2010

Orbit

An allein einem Wochenende mit Ausflug in die Höhe kann man sich selbst ein bisschen im Früher (vor kurzem noch) und Später (irgendwann in ferner Zukunft) sehen. Und wenn man mindestens zehn Jahre lang die unwichtigste aller internationalen Glitter-von-der-Decke-Großveranstaltungen verfolgt und sich dann etwas wiederholt, das älter ist als man selbst, dann ahnt man, dass man beim nächsten Mal vielleicht so alt sein wird, dass man dann dafür nur noch ein abfälliges “Die singt doch noch nicht mal deutsch.” übrig haben wird.

26. Mai 2010

fern von allem

Eine Bühne, der Gisbert, der Konzerttanz – wie eine Pflaume, die glücklich im Rumtopf schwimmt. Ihr wisst schon. Ach.
Und wenn Moritz Krämer auf der Bühne erst einmal das Gitarrestimmen vom Keyboarder beigebracht bekommen hat, dann lohnt sich das Warten sogar.

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25. Mai 2010

The Art of: Nerdsein

Nerdsein (Aussprache: Nördsein) hat ja noch immer so einen seltsam schlechten Ruf. Dabei kann man daran sehr viel Freude haben. Und das sogar, entgegen der Vorurteile, in wunderbarer Gesellschaft. Man nehme zwei gleiche Spiegelreflexkameras und einen geduldigen Fachmann, der einem jeden Tag neue großartige Sachen beibringt und erklärt, die man dann leider oft gleich wieder vergisst. Besagter Fachmann baut ein Stativ so um, dass ein Technikmonster entsteht, das man liebevoll Wall-E tauft. Und mit ganz viel technischem Know-how (Fachmann), Staunen (Ich) und Zeit kommen am Ende 3D-Photografien heraus, bei denen man selbst immer wieder hysterisch grinsen muss, wenns funktioniert.
Kleine Anleitung:
1. Bild Anklicken
2. Schielen bis in der Mitte ein drittes Bild entsteht
3. Geduld haben – Weiterschielen – Kann ein paar Minuten dauern
4. Entsteht das dritte Bild: Fixieren und langsam mit den Augen “scharf stellen” bis alles wie im 3D-Kino aussieht
5. Im Bild umgucken und: hysterisch grinsen

Tadaa:

24. Mai 2010

Trauben-Nuss-Schokolade

Wenn man Trauben-Nuss-Schokolade kauft, ist es leider selten aber genau deshalb umso großartiger, wenn man nach fünf Millimetern auch schon wieder Traube und Nuss beißt. Wenn man durch NRW fährt, ist das genau so. Und genau das lässt einen hier so gern sein.
Traube diesmal: Moers.

21. Mai 2010

Tut doch gar nicht so weh…

Nun, so langsam bekommen die Dinge einen Bart. Aber alles Gute hat eigentlich einen: vom Weihnachtsmann bis zu den Simpsons. Derzeit gibt es nichts Grandioseres als mit den Füßen die Kontinente an der Wand nachzuzeichnen. Das kostet erstmal nichts. Und genauso viel hat man, um es in gefragtes Gold zu investieren. Besser investiert ist es allemal in einen Abend mit dem Mann, dessen Musik ein bisschen wie eine unkontrollierte Hochhaussprengung mit unerwarteten Rissen in den umliegenden Reihenhäusern mit Bucheeinbauküche klingt. Und oben drauf bleiben für den emotionalen Zuckerspiegel noch ein paar Münzen für Zuckerwatte übrig. Da gibt es nichts zu promoten, wenn so ein Mann in einem Ort wie Elend bei Sorge auftritt.

Wem das:

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das:

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und das:

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nicht Kohlensäure in die Kapillargefäße pumpt, dem sei ein diktatorisches „So nicht“ ins Ohr geschrien.

18. Mai 2010

Der Lichtfaktor

Die Sache mit Geschwistern ist ja so: Erst ist man eine große Masse und liegt so lange zusammen in einem Trog rum, dass man zwar gern aneinander klebt aber sich gleichzeitig schon wieder auf die Nerven geht und wenn man dann zu bunten Kugeln geformt wird und man sich, im Kaugummiautomaten angekommen, nicht mehr so oft über den Weg läuft, freut man sich wenn der Zufall den Drehgriff nutzt und man sich dann im Ausgabefach wiedertrifft.
Und wenn die Schwester dann also zu Besuch kommt, kauft man plötzlich abwegige Dinge wie Lutscher und Maibowle in der Tankstelle und findet sich am Ende des Tages in einer Karaokekneipe wieder, in der gerade jemand im Rampenlicht steht und glaubt, unheimlich gut Matthias Reim zu imitieren.
Ach, man müsste sich häufiger im Ausgabefach treffen.

13. Mai 2010

Generalprobe

Die Vorzeichen stehen gut: Im Kleinen rüstet man sich langsam mit der notwendigen Hardware aus. (Weil man sich den Namen nicht merken kann, nennt man sie liebevoll Uwe Seeler oder Owomoyela.) Und im Großen halten sich alle an die deutsche Tradition im Vorfeld den Bundestrainer doof zu finden. Man ist also im besten Sinne bereit für das heutige Spiel.

11. Mai 2010

Afrika – eine WM und irgendwie mehr

Es ist ja schon seltsam wenn man merkt, dass es schon immer so war, dass das Umfeld einen auf etwas anspricht, das man schon selbst fast vergessen hatte. Und ab und zu hat man selbst, trotz des Fehlstarts als man noch Zwerg war, eine so kindliche Neugier, dass man sich alles zusammenliest, was man finden kann. Und wenn man diese Musik hört, juckt es in den Ohren, als hätte man im Ohrknorpel einen genetischen Magneten, den man selbst vergessen hat, der aber ausschlägt bei den Liedern. Dann kommt man sich selbst ganz fremd vor und ist gleichzeitig sehr bei sich. Insofern ist diese Fußball-WM herkunftstechnisch schon wieder meine WM. Und wer kann das schon behaupten. Man tastest sich vorsichtig ran und das bedeutet: Musik aus Mozambique rauskramen:

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Und sogar in Sachen Fußball hat dieses irgendwie fremd verbundene Land eine große Geschichte – verkörpert von Eusébio da Silva Ferreira. Er ist in Mozambiques Hauptstadt Maputo geboren und war Torschützenkönig der WM 1966. Und hier ist der Beweis:

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10. Mai 2010

Nachwehen

Es vermittelt sich natürlich nicht ansatzweise die Theatralik des Abends, der Wumms der Instrumente und die Großartigkeit des Liedes, aber man kann ganz schön sehen, wie sehr sich Herr Berninger in der guten Sache auflöst, sich wie ein kleines Kind über die Töne freut, auf seine Schenkel schlägt und mit den Fäusten klatscht. So in etwa steht man derzeit mit den Kopfhörern im Ohr an der Ampel. Hier ein Video des Abends:

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