26. September 2010

Linsensuppe

Was Mekka den Moslems, Rentner dem Silbereisen und Phantasie dem Boulevardjournalisten, das ist die Photokina für das Photografenherz. Und deshalb ging es zur Messe, bei der Canon 5Ds so selbstverständlich um den Besucherhals baumeln als gäbe es sie zur Eintrittskarte kostenlos dazu. Es gab Objektive, die 16kg wiegen und 13.000Euro kosten. Und es gab Messe-Bockwürste für deren Wucherpreis man draußen in der Nicht-Messe-Welt wahrscheinlich 4.000g Mittelklassekaviar erwerben könnte. Und es gab Photoausstellungen, die einen fast die schmerzenden Messemarathonfüße vergessen lassen konnten.

Aber mit dem nun offiziellen Herbst ist nicht nur Zeit für Drinnen-Aktivitäten wie diese, sondern auch für wunderschöne, fundamentale, magische Drachenleinenreißmelancholiemusik wie diese: [back to the beautiful roots of this blog]

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

15. September 2010

Herbstflattern

Der Sommerdrops ist also gelutscht. Und Herbstlakritz hat viel Schönes: selbstgemachte Kürbissuppe, gesellschaftlich anerkannte, faule DVD-US-Seriensonntage, bunte Blätter in den Fahrradsspeichen, Lebkuchenpioniere in Supermärkten und Ingwer-Zimt-Teeduft in der Küche. Also: weg mit diesem Sommer, der hintenraus ja auch nur wenig Seasoncredibility hatte.

10. September 2010

Stuck ist gut – Stuckrad besser

Es gab Zeiten, da war man gerührt, weil er so uneitel war; bewegt, weil er so absolut war, überrascht, weil er so ungewöhnlich Gedanken puzzelte, und auch skeptisch, weil er so extrovertiert verletzlich war. Vor allem aber war man immer ein bisschen erschrocken, weil er mit einem Satz den Nerv freilegen konnte. Seine Bücher stehen immer noch im Regal. Und beim Flug nach New York, lag er mit “Auch Deutsche unter den Opfern” auf dem Sitzplatz nebenan, weil es so skurril wäre, wenn man nach einem Absturz das Buchcover gefunden hätte. Er hat geprägt und keinesfalls an Großartigkeit verloren. Und mit Ulmen im Rücken kann so viel daran sowieso nicht falsch sein. Zumindest hat der geschätzte Stuckrad-Barre hier auf unkonventionelle Art mehr vom Wesen des unsäglichen Manns der Stunde freigelegt als andere es in diesen Tagen vermocht haben. Und das mit einfacher Neugier statt kokettierend zur Schau getragender Entlarvungsmission.

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

7. September 2010

Mailboxsoundtrack

Man stapelt ja gern zunehmend tiefer und relativiert so gern. Aber am Ende ist es ja nunmal so: Jeder hat so einen Tag im Jahr, an dem man, ohne sich schick machen oder einen besonders guten Witz machen zu müssen, gut gefunden wird. Und so gehört sich das auch. Und so wars auch diesmal wieder. Auf dem Tisch liegt noch das Geschenkpapier unter bezaubernden Geschenken und draußen auf dem Balkon ist noch verbrannter Grillkäse vom “Reingrillen”. Die Mailbox ist voll mit denkwürdigen Gesangsleistungen und die bunt glasierten Donuts mit Kariesgarantie sind inzwischen auch verschwunden. Es war ein guter Tag und die Lieblingsmenschen sind Schuld daran. Gracias.