30. Januar 2012

Dreifelderwirtschaft

Familie ist ja ein weites Feld. So weit, dass da das unterschiedlichste Gemüse querbeet wächst und gedeiht. Das eine wird zum lebenswichtigen, konkurrenzlosen Grundnahrungsmittel, das andere kreuzt nur selten den Weg. Und manche Teile des Feldes liegen jahrelang brach, bis man fast vergisst, dass da noch was in der Erde steckt. Dennoch ist da die Überzeugung, dass sich das Gießen und Pflügen, wenn auch in größeren Abständen, lohnt. Und ich tue gut daran, kurz vor der Weltreise noch mal durch das gesamte Feld zu springen. Dadurch fällt die Ernte ungemein reich aus. Hätte gar nicht gedacht, dass ich derart zufrieden auf ein prall gefülltes Gemüsefach schauen kann.

27. Januar 2012

PLAY & EJECT

PLAY. Am vergangenen Montag lief meine letzte Sendung. Also die letzte, an der ich beteiligt war. Und ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal auf meinen Namen im Abspann geachtet habe. Ein seltsames Gefühl. Denn seit Pi mal Daumen sechs Jahren zieht sich diese Redaktion wie ein Faden durch meinen journalistischen Schal.

Angefangen hat alles 2006 mit einem Praktikum und einer Currywurst in Berlin Tegel. Und irgendwie bin ich, anders als bei all den anderen Medienklitschen, da kleben geblieben. Die Kollegen waren die reinste Sauerstoffdusche, die Arbeit war gegen den Strich gebürstet, CPM hatte hier nie was mit Druckgeschwindigkeit zu tun, gedimmte Emotionalität war ein Fremdwort und für Fußball-WM-Eröffnungsspiele waren den Maßen der Flagge im Hof keine DIN-Grenzen gesetzt. Und diese Redaktion hatte so viel Moral, das überbewertete One Trick Pony im Zirkuszelt mit gutem Handwerk in die Schranken zu weisen.

Und da sind zwischen Pokalspiel und Tippsieg, zwischen einem langen Drehtag mit Angola-Schal und einer guten Nacht im Schwarzen Café in Berlin ausreichend Magic Moments im Hinterkopf an die Wand tapeziert, dass ich wohl immer in der Wolle gefärbt sein werde, wenn mich einer nach meiner Talk-Meinung fragt. Scheiß die Wand an, diese Zeit konnte gar nichts anderes mit sich anfangen, als unter die Haut zu gehen. EJECT.

26. Januar 2012

Stippvisite

Da gibt es im Grunde nichts, was nicht schon gesagt wäre über Berlin. Man kann nur das schon Vorhandene unterstreichen und kleine Herzchen daneben kritzeln. Und vor der Weltreise musste man einfach noch mal kurz vorbeischauen.

3. Januar 2012

High Five

Eine Handvoll…Photos zwischen den Zeilen.
Eine Handvoll…Melancholie, die wie Griesbrei an Lettern klebt.
Eine Handvoll…Schalk, der zum bequemen Nackenkissen wird.
Eine Handvoll…Zeit, die wie Sand zwischen den Fingern auf eine Sandburg schneit.
Eine Handvoll…Musik, die wie ein Kettenkarussell schwindelig macht vor Herzrasen.

Heute war ich mit meinem Blog im Zoo und hab ihm ein Nogger gekauft. Auch wenn es keine große Sache ist. – Doch es ist eine große Sache. Für mich. Denn dieser feine Blogkerl feiert in diesen Tagen seinen 5.Geburtstag. Und am Anfang stand nie ein Fünfjahresplan mit dieser Langfristigkeit, dieser Vehemenz, Stringenz und Konsequenz. Ein bisschen ist er inzwischen der smarte Typ auf der Party, der irgendwie alle Gäste mit Charme und Bier unter einen Hut zu bringen vermag. Und es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn dieser mit viel Mühe, Geduld und Spucke, Liebe und Kreativität großgezogene Hansdampf nicht weiterhin einfach um seiner selbst Willen wächst, gedeiht, weitere Sandkastenfreunde findet und Zeit wie Lakritzschnecken um den Finger wickelt.

Keep Your Head Up – Ben Howard from mickey smith on Vimeo.