dass man weiß, dass man drüber hinweg kommt, wie man früher einmal war_

Das ist doch erst zwei Tage her, da sah alles ganz bezaubernd perspektivreich aus, die Qual der Wahl auf hohem Niveau. Jetzt fühlt man sich ausgelaugt, schwindelig von Karusellrunden, als befände man sich seit Stunden in der Warteschleife, hört ein Klackern, wähnt sich am Ziel und hört dann doch wieder nur diese absurde, Aggressivität fördernde Hold-the-line-Stimme. Es erscheint, als müsste man das momentane Befinden in ein Statement gießen. Nur verbietet einem der Weitblick, das Mobiltelefon symbolisch mit einem Hammer zu zertrümmern; das ausgeprägte Rechtsempfinden verhindert, die Unzufriedenheit mit Edding an die Wand zu hauen; und der Sinn für Ästhetik hemmt, das Wort Rückgrat auf die Wirbelsäule zu tätowieren. Und so fliegt die Verdrossenheit lediglich nächtlich in Form einer Zweimannarmee von Bierflaschen vom Balkongeländer. Und doch weiß man: morgen scheint dem Rhein aufs Neue die Sonne aus dem Arsch. Und man unternimmt erneut den Versuch und wählt, in der Hoffnung, am Ende der Warteschleife meldet sich irgendwann einmal die innere Stimme, die sagt wohin, wozu und wie.

“seit 5 Jahren halt ich mein herz in kochendes wasser, doch es scheint nichts zu nützen, denn so abgebrüht bin ich noch lange nicht.”

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