PLAY & EJECT

PLAY. Am vergangenen Montag lief meine letzte Sendung. Also die letzte, an der ich beteiligt war. Und ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal auf meinen Namen im Abspann geachtet habe. Ein seltsames Gefühl. Denn seit Pi mal Daumen sechs Jahren zieht sich diese Redaktion wie ein Faden durch meinen journalistischen Schal.

Angefangen hat alles 2006 mit einem Praktikum und einer Currywurst in Berlin Tegel. Und irgendwie bin ich, anders als bei all den anderen Medienklitschen, da kleben geblieben. Die Kollegen waren die reinste Sauerstoffdusche, die Arbeit war gegen den Strich gebürstet, CPM hatte hier nie was mit Druckgeschwindigkeit zu tun, gedimmte Emotionalität war ein Fremdwort und für Fußball-WM-Eröffnungsspiele waren den Maßen der Flagge im Hof keine DIN-Grenzen gesetzt. Und diese Redaktion hatte so viel Moral, das überbewertete One Trick Pony im Zirkuszelt mit gutem Handwerk in die Schranken zu weisen.

Und da sind zwischen Pokalspiel und Tippsieg, zwischen einem langen Drehtag mit Angola-Schal und einer guten Nacht im Schwarzen Café in Berlin ausreichend Magic Moments im Hinterkopf an die Wand tapeziert, dass ich wohl immer in der Wolle gefärbt sein werde, wenn mich einer nach meiner Talk-Meinung fragt. Scheiß die Wand an, diese Zeit konnte gar nichts anderes mit sich anfangen, als unter die Haut zu gehen. EJECT.

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